Stammbesucher loben das Angebot und die Möglichkeit der Begegnung auf dem Marktplatz

Mehr als nur ein Wochenmarkt

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Jeden Mittwoch in der Zeit von 9 bis 15 Uhr lockt der Wochenmarkt auf dem Platz vor dem Stendaler Rathaus mit frischem Obst, Gemüse und anderen Leckereien.

Stendal. Glänzende Nektarinen reihen sich an tiefrote Erdbeeren und frische Bohnen. Es liegt ein Duft von frisch gebrutzelter Bratwurst in der Luft. Jeden Mittwochmorgen zieht es viele Bürger vor das Stendaler Rathaus, wo der Wochenmarkt mit allerhand Leckereien und Nützlichem aufwartet.

Und der Markt hat eine lange Tradition. Schon zu DDR-Zeiten boten einige Gärtner ihre Ware auf dem sogenannten Neumarkt in Stendal an. Anfang der 90er Jahre wurde der Wochenmarkt dann auf den Marktplatz verlegt, wo er sich bis heute großer Beliebtheit erfreut.

Wolfgang Ganzer (links) und Bernd Wittmer runden ihren Besuch auf dem Wochenmarkt mit einer Pferdebratwurst ab.

Allerlei Gesundes gibt es am Obst- und Gemüsestand von Dirk Grams aus Heinrichsberg. Nicht alle Produkte sind aus der Region, denn „die Trockenheit zeigt in der Ernte ihre Wirkung“, wie Verkäufer Torsten Grund erklärt. Doch vor allem die regionalen Produkte wie die Monatserdbeeren, Bohnen oder die Gravensteiner Äpfel finden in Stendal Abnehmer. Eine bunte Auswahl haben auch die Geschwister Katarina und Mateusz Puszczewicz an ihrem Stand, die allesamt unter dem Titel „Polnische Spezialitäten“ zusammenzufassen sind. „Besonders beliebt sind die Bauernbutter und die geräucherte Putenbrust“, erzählt Katarina, die seit fünf Jahren auf Wochenmärkten in der Region unterwegs ist. „Im Winter kommt bei unseren Stammkunden vor allem unsere polnische Schokolade gut an“, berichtet sie.

Dagmar Schöndube aus Stendal kauft ihren Käse am liebsten bei Ruurd Eisenga.

Ein „alter Hase“ im Marktgeschäft ist Ruurd Eisenga, der bereits in der fünften Generation Käse verkauft. Zu seinen Stammkunden gehört auch Dagmar Schöndube: „Ich brauche ihm nur zuzunicken und er weiß, was ich haben möchte“, in diesem Fall: Ein Käse mit Chili und einer mit Bergkräutern. „Meine Gäste sind immer wieder begeistert, wenn ich diesen Käse zu Hause anbiete“, schwärmt die Stendalerin. Eine weitere Kundin gibt Serviertipps für die Molkereierzeugnisse: „Ich bestreiche den Schnittkäse immer mit einer dicken Schicht Butter – lecker“. Außerdem eigne sich der Honig-Senf-Frischkäse vom Wochenmarkt hervorragend auf hart gekochten Eiern. Ziemlich beliebt scheint auch der frische Fisch von Michael Betge zu sein, der seinen gleichnamigen Fischereibetrieb in Brandenburg hat. Auch geräucherter Fisch kommt in Stendal gut an, meint der Verkäufer. Woran das liegt? „Stendal selbst hat eben nicht so viel Wasser“, lacht Michael Betge.

Doch der Wochenmarkt in Stendal ist mehr als ein Ort, an dem Ware einen Abnehmer findet. Für viele gehört der Gang zum Wochenmarkt zu einem Mittwoch dazu wie ein kühles Getränk an einem heißen Sommertag, und das vor allem wegen der Leute. „Hier kennt man sich“, meint Bernd Wittmer aus Stendal. Gemeinsam mit Wolfgang Ganzer genießt er wie jede Woche seinen Kaffee bei Nori’s Imbiss. Seinen Höhepunkt findet der Besuch auf dem Wochenmarkt mit einer „schmackhaften Pferdewurst“, freut sich Wolfgang Ganzer.

Von Charlotta Spöring

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