Landkreis Stendal sammelt Weihnachtsbäume ein / Verträge für Bio- und Restabfall neu

Mehr als 20 Tonnen Festholz wandern ins Heizkraftwerk

Einen riesigen Nadelbaum muss die Stadt Stendal wie hier vor drei Jahren diesmal nicht wegräumen lassen. Weil die Bauarbeiten auf dem Marktplatz noch nicht abgeschlossen sind, konnte für die Advents- und Weihnachtszeit kein Baum aufgestellt werden. Foto: Hertzfeld
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Einen riesigen Nadelbaum muss die Stadt Stendal wie hier vor drei Jahren diesmal nicht wegräumen lassen. Weil die Bauarbeiten auf dem Marktplatz noch nicht abgeschlossen sind, konnte für die Advents- und Weihnachtszeit kein Baum aufgestellt werden.
  • Marco Hertzfeld
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Stendal. Die ersten Altmärker schmeißen ihren Weihnachtsbaum bereits heute raus, bei anderen darf er bis Silvester stehen oder noch länger. Nehmen sie den normalen Weg, landen allesamt über einen sogenannten Drittbeauftragten als Hackschnitzel in einem Heizkraftwerk.

Die Sprecherin des Landkreises Stendal, Angela Vogel, nennt das energetische Verwertung. Die Menge scheint beachtlich: 2013 fielen 19,68 Tonnen an, im Jahr darauf 19,14 Tonnen und 2015 stolze 21,29 Tonnen. Ähnlich viel Tannenholz dürfte es auch dieses Mal werden. Die ALS-Dienstleistungsgesellschaft in Osterburg lässt für den 2. bis 12. Januar in Ostaltmark und Elbe-Havel-Winkel wieder etliche Großcontainer aufstellen.

„Die Kosten der Weihnachtsbaumentsorgung sind ansatzfähige Kosten im Sinne des Kommunalabgabengesetzes und werden über die Abfallgebühren finanziert“, so Vogel. Im Klartext: Wer seinen Baum in den Container schmeißt, muss dafür nicht extra bezahlen. 2013 kostete die Entsorgung den Landkreis und damit den Bürger unterm Strich 3180 Euro, im folgenden Jahr 2655 Euro und vergangenes Jahr 3200 Euro. Wer keinen Containerstellplatz in der Nähe hat, kann die Äste auch zerkleinert über die Biotonne entsorgen oder mit Selbstanlieferungskarte für Gartenabfall und ohne zusätzliche Gebühren in einem Recyclinghof abgeben.

Weihnachtsbäume kommen also nicht auf die Kompostieranlage in Polte bei Tangerhütte, wie man auch meinen könnte. Der Bioabfall aus der Biotonne sowie der Grünabfall einzelner Recyclinghöfe wird dort seit etlichen Jahren zu Kompost verwertet. Die Nutzung des Bioabfalls im Landkreis Stendal war übrigens 2015 EU-weit im offenen Verfahren neu ausgeschrieben worden. Der Zuschlag ging an den Betreiber der Kompostierungsanlage in Polte für weitere vier Jahre – mit einer einseitigen Verlängerungsoption für Landkreis und ALS zweimal um jeweils zwei Jahre. Die Kreissprecherin: „Damit läuft der Verwertungsvertrag frühestens 2020, spätestens 2024 aus.“

Ein kurzer Blick auf den Restmüll und wo er bleibt: Der seit mehr als acht Jahren laufende Vertrag mit dem Müllheizkraftwerk in Magdeburg-Rothensee ende am 31. Dezember 2017. Nicht zuletzt wegen allzu optimistischer Abfall- und Liefermengen kam der Landkreis vor einiger Zeit in Schwierigkeiten und das alte Vertragswerk in die Kritik. „Die Entsorgung der Beseitigungsabfälle wurde in diesem Jahr EU-weit im offenen Verfahren ausgeschrieben“, erinnert Vogel. Das Ergebnis: Rothensee bleibt für weitere sechs Jahre Partner, auch da können Landkreis und ALS einseitig zweimal um jeweils zwei Jahre verlängern. Ergo: Landkreis und ALS wollen flexibler sein und binden sich für eine kürzer Zeit an Rothensee.

Zurück zum Nadelholz: An ausgewählten Stellen (siehe unten) werden Container bereitgestellt mit dem Hinweis „Nur für Weihnachtsbäume“. Sie müssen gründlich abgeschmückt sein. Vor allem Lametta, oft bleihaltig, müsse unbedingt entfernt sein. Weitere Fragen dazu beantwortet der ALS-Kundenservice in Osterburg unter Tel. (03937) 250271.

Von Marco Hertzfeld

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Standplätze der Container 

- Eisenbahnstraße (gegenüber Glascontainerplatz);   - Schützenplatz – bitumierte Fläche (Auffahrt rechts); - Maxim-Gorki-Straße (Glascontainer); - Gardelegener Straße, Parkplatz (neben Altkleidercontainer Richtung Blumenshop); - Hanseallee (neben Glascontainer große Freifläche); - Stadtseeallee / Ecke Adam-Ileborgh-Straße (Parkplatz neben dem Hochhaus); - Hans-Schomburgk-Straße (hinter den Glascontainern); - Friedrich-Ebert-Straße / Ecke August-Bebel-Straße (Glascontainerplatz); - Albrecht-Dürer-Straße (rechts neben Eingang NP); - Käthe-Kollwitz-Straße gegenüber Haus Nr. 8 (Plattenweg).

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