Stendaler Tierheim zieht Bilanz über das Jahr 2011

Mehr Tiere kommen ins Heim

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Die drei Verantwortlichen im Tierheim, Leiter Dieter Lusznat, Veronika Austras und Ursula Zeitke sorgen dafür, dass es den Bewohnern des Tierheimes gut geht.

pm Stendal. Traurige Augen und ängstliches Verhalten zeigen Haustiere oft, wenn Frauchen oder Herrchen von ihrem Vierbeiner genug haben.

Wenn das einst geliebte Haustier nicht mehr in den Tagesablauf, in die Urlaubspläne oder in die Kosten-oder Erziehungsvorstellungen passt, wird dieses oftmals ausgesetzt oder am Zaun des Tierheimes oder auch in der Feldmark ausgesetzt beziehungsweise „entsorgt“.

Obwohl ständig Info-Veranstaltungen und Aufklärungsaktionen angeboten werden und die Strafen für solches Verhalten bis zu 25 000 Euro vorgesehen sind, müssen jährlich nahezu 250 000 Tiere in den Tierheimen aufgenommen werden. „Diese Situationen erleben wir fast täglich , sodass es im abgelaufenen Jahr 2011 für unser Tierheim positive, aber auch nachdenkliche Abschnitte gab. Dank des kollektiven Handelns der Mitarbeiter, der Unterstützung wie Sponsoren, ehrenamtliche Tierfreunde, aber auch durch die gute Zusammenarbeit mit unseren Außenstellen in Osterburg und Tangerhütte sowie den staatlichen Stellen, dem Ordnungsamt, der Polizei, dem Berufsbildungswerk und anderen Einrichtungen, war es uns möglich diese verantwortungsvolle Aufgabe zu meistern“, gemeistert wurden und uns in der verantwortungsvollen Arbeit vorangebracht haben“, sagte der Tierheimleiter, Dieter Lusznat, zu Beginn seines Rückblicks auf das vergangene Jahr.

Am 31. Dezember 2011 befanden sich 317 Tiere im Tierheim, davon 98 Hunde und 206 Katzen sowie etliche Kleintiere wie Vögel, Hamster, Kaninchen und dergleichen. Im abgelaufenen Jahr durchliefen 741 Tiere das Tierheim, davon 300 Hunde und 371 Katzen. So musste zum Beispiel im Jahr 2009 634 Tiere und im Jahr 2010 728 Tiere, davon 237 Hunde und 330 Fundtiere, im Tierheim versorgt werden. Exotische Tiere waren nicht darunter. Erfreulich ist, dass im Jahr 2009 397 Tiere und im Jahr 2010 404 Tiere vermittelt werden konnten. Im vergangenen Jahr erhielten 146 Hunde und 238 Katzen ein neues zu Hause. Hinzu kommen noch einige Problemhunde, die nach dem sogenannten Kampfhundegesetz aufgenommen werden musste. So waren die Kapazitäten im Tierheim ständig erschöpft, auch, wenn durch die Stadt sieben zusätzliche Zwingeranlagen mit Ausläufen zur Verfügung gestellt wurden. „Besonders die Anzahl der Katzen, die wir aufnehmen müssen beziehungsweise angeboten bekommen haben, belastet uns sehr. Das Problem des ungewollten Katzennachwuchses bedarf einer Lösung durch Kastration“, meinte der Tierheimleiter. Dank der guten Zusammenarbeit mit dem örtlichen Hundeverein, der Tierpsychologin, den Fachleuten vom Wesenstest und mit der Tierärztin, erhielten auch Problemhunde eine Ausbildung und so bessere Voraussetzungen für eine Vermittlung.

Der Tierheimleiter betont, dass im Jahr rund 80 000 Euro für die Abdeckung der Kosten benötigt werden, sodass trotz der vertraglichen Zuwendungen von den Städten und Gemeinden jede Spendenform, aber auch Patenschaft, willkommen ist. Als im abgelaufenen Jahr, nach dem 20 jährige Bestehen dieser Einrichtung, die Bevölkerung zum „Tag der offenen Tür“, zum Tierheimfest und zum Anschauen der Fernsehserie „Tierisch, tierisch“ eingeladen wurde und sich das Tierheim bei öffentlichen Veranstaltungen im Kreisgebiet präsentierte, gewannen die Mitarbeiter den Eindruck, dass die Tierheimarbeit im öffentlichen Leben immer mehr Beachtung findet.

Die engen Kontakte mit dem Berufsbildungswerk im Bereich der Ausbildungsarbeit, die ersten Gespräche mit der Fachhochschule, die Möglichkeiten zum Ableisten eines freiwilligen ökologischen Jahres und die Einsätze von fast 50 ehrenamtlichen Tierfreunden, wirken sich positiv auf die Arbeitsbereiche aus. Die Verbesserung der Ausläufe, der Ausbau der Katzenhäuser, die Erneuerung der Zaunanlagen, die Grundsteinlegung für den Bau der Quarantänestation, die Verbesserung der technischen Ausstattung, die Installation einer modernen Heizungsanlage und die Verlegung neuer Wasserrohre tragen zur besseren Versorgung und Haltung der Tiere und der Arbeitsbedingungen bei. „Besonders stolz ist unser Team, dass wir auf Grund unseres Qualitätsstandards die Tierheimplakette vom Präsidium des Deutschen Tierschutzbundes als Zertifikat erhalten haben. Bei allen erfreulichen Ergebnissen denken wir aber auch an die Tierbestattungen, die auf unserem Tierfriedhof zugenommen haben“, ergänzte Lusznat.

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