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Landespolizei in Stendal will sich ausdehnen

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Von: Marco Hertzfeld

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Bauvermesser bewegen sich zwischen Fahrzeugen auf dem Polizeigelände in Stendal.
Zwischen den Polizeifahrzeugen bewegen sich Vermesser. Die Polizeiinspektion am Uchtewall in Stendal braucht mehr Raum. Flächen der Stadt ganz in der Nähe könnten den Standort insgesamt wachsen lassen. © Marco Hertzfeld

Die Polizei in Stendal könnte zugreifen und ihr Gelände um das Nachbargrundstück erweitern. Der Bauhof dort räumt das Feld, Platz wäre also. Land und Stadt führen bereits Gespräche.

Stendal – Sie haben sich ihren Weg zwischen den Einsatzfahrzeugen und privaten Karossen der Beamten gesucht. Sie rückten ihre Arbeitsgeräte zurecht, schauten, prüften, vermerkten. Fachleute in auffälligen Westen haben auf dem Behördengelände am Uchtewall tagelang gearbeitet. Die Polizeiinspektion (PI) Stendal benötige zusätzliche Flächen, teilt ein Sprecher des Innenministeriums in Magdeburg der AZ auf Nachfrage mit. Diesen Mehrbedarf habe die Landespolizei dem Bau- und Liegenschaftsmanagement Sachsen-Anhalt (BLSA) angezeigt. Die PI Stendal ist für die beiden altmärkischen Landkreise und das Jerichower Land zuständig. Dazu gehört unter anderem auch ein Zentraler Verkehrs- und Autobahndienst (ZVAD), der komplett steht, wenn die A 14 vollendet ist.

Machbarkeitsstudie derzeit in Arbeit

Der Landesbetrieb BLSA erarbeitet derzeit eine Machbarkeitsstudie. „Dafür ist er im Gespräch mit der Stadt Stendal, um gegebenenfalls zusätzliche Flächen in der Nähe des aktuellen Standorts zu erwerben“, weiß Lars Fischer, Sprecher des Ministeriums für Inneres und Sport. Vermessungsarbeiten vor Weihnachten dienten der Bestandserhebung zum Uchtewall 3, wo das Polizeirevier Stendal, zuständig für den Landkreis, sitzt. Der benachbarte Uchtewall 5 ist das Domizil der PI. Naheliegend scheint, dass die Landespolizei ihr Gelände um den Uchtewall 4, den alten Standort des kommunalen Bauhofes, gleich nebenan erweitert. Fragezeichen bleiben. Abgemacht dürfte noch nichts sein. Das Rathaus hat sich bei Presseanfragen immer wieder recht bedeckt gegeben.

Bauhof der Stadt räumt das Feld

Ganz offensichtlich soll die PI Stendal gestärkt werden. „Der personelle Aufwuchs ist der Grund für den zusätzlichen Flächenbedarf, der mit einer Erweiterung der Liegenschaft umgesetzt werden soll.“ Großartig ins Detail geht das Ministerium in dem Moment nicht. Dass die PI im gesamten Gebiet etwa 700 Mitarbeiter zähle, das Revier Stendal rund 190, davon war im Januar die Rede. Und: Circa 20 Kollegen sollen dann zusätzlich Dienst auf der Bundesautobahn 14 versehen. ZVAD-Bedienstete sind derzeit in den Gebäuden Uchtewall 3 und 5 untergebracht. „Aktuell prüft der Landesbetrieb BLSA, ob im Stadtgebiet Stendal Liegenschaften zur Verfügung stehen, die sich als Standort des ZVAD eignen könnten.“ Eine Autobahnpolizei möglichst nahe der Trasse anzusiedeln, dürfte sinnreich sein.

Autobahn-Sparte siedelt woanders

Im Zuge der jüngsten Strukturreform hat so gut wie jede PI in Sachsen-Anhalt einen ZVAD gebildet, der nicht zuletzt die autobahnpolizeilichen Aufgaben im gesamten Dienstbezirk wahrnimmt. Der ZVAD der PI Stendal soll demnach einen eigenen Standort erhalten, der Uchtewall scheint zumindest für ihn nur eine Zwischenlösung. Die Altmark-Autobahn soll die Region wirtschaftlich voranbringen, Politik und Verwaltung setzen darauf. Wie sich Verkehrsströme und Unfallzahlen entwickeln, bleibt abzuwarten. Die organisierte Kriminalität könnte das nördliche Sachsen-Anhalt stärker für sich entdecken, auch dafür dürfte sich die Polizei rüsten. Die A 14 wird länger, immer mehr Abschnitte sind fertig. Und: Zum PI-Gebiet gehört eben auch das Jerichower Land, durch das die A 2 verläuft.

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