Mehr Komfort im Nahverkehr

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Michael Ball (v.l.), Klaus Schmotz und Jörg Hellmuth an der neuen Fahrgastinformation.

STENDAL. Wer künftig am Stendaler Busbahnhof ankommt, hat die Abfahrtszeiten der nächsten Busse und Züge auf einen Blick. Gestern wurde eine neue Fahrgastinformation in Betrieb genommen, vier weitere wurden in Tangerhütte, Osterburg, Seehausen und Havelberg installiert. Von Thomas Pusch

Bus B zum Altmark-Park fährt um 11.30 Uhr ab, Bus A zum Stadtseebahnhof um 11.35 Uhr und der Zug nach Schiphol verlässt den Bahnhof ebenfalls um diese Uhrzeit. Auf einen Blick können seit gestern die nächsten Abfahrtszeiten von Bussen und Zügen am Busbahnhof erfasst werden. Möglich ist dies durch eine neue Fahrgastinformation, die dort installiert wurde.

„Künftig wird der Oberbürgermeister nur noch mit dem Bus fahren“, meinte Landrat Jörg Hellmuth schmunzelnd mit Blick auf das ebenfalls anwesende Stadtoberhaupt Klaus Schmotz. Die Vorbereitungen für die Fahrgastinformationen hätten rund ein Jahr gedauert. Weitere seien in Osterburg, Havelberg, Seehausen und Tangerhütte aufgestellt worden. „Aber der Größe der Stadt angemessen, hat Stendal ein besonders großes Fahrgastinformationssystem bekommen“, meinte ein gut gelaunter Landrat.

„Wir haben sehr gerne mit dem Landkreis zusammengearbeitet“, sagte Michael Ball, Pressesprecher der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (Nasa). Es gehe bei der Installation der Anzeigetafeln darum, die einzelnen Verkehrsmittel zusammenzubringen. Es solle eben nicht eine Trennung zwischen Bus und Zug geben. Derzeit gibt die Anzeige noch die Fahrplanzeiten wieder, dies soll sich allerdings noch in diesem Jahr ändern. „Die Anzeige wird dann dynamisch, das heißt es werden auch Verspätungen angegeben“, erklärte Ball.

In Stendal werden zehn Informationen angezeigt, die nächsten sieben Busse und die nächsten drei Züge, an den anderen vier Standorten werden vier Verbindungen aufgelistet.

Gespeichert werden die Anzeigen per Internet mit Daten der Landesauskunft Insa, die gegenwärtig zur landesweiten Echtzeit-Datendrehscheibe ausgebaut wird. Die Anzeigen sollen aus einer Entfernung von bis zu 25 Metern lesbar sein. Und das auch bei starkem Sonnenschein. Sensoren registrieren die Lichtstärke und regeln dementsprechend die Anzeigenstärke. Die Tafeln verbrauchen wenig Strom und sind laut einer Information der Nasa genügsam in der Wartung.

Die Anzeigetafeln kosten rund 125 000 Euro, wovon die Nasa rund 100 000 Euro aus dem Schnittstellenprogramm des Landes fördert, die restlichen 25 000 Euro steuerte der Landkreis bei. Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre äußerte vor der Inbetriebnahme: „Durch die kombinierte Anzeige der Fahrzeiten im Verkehrsmittelmix werden Bus und Bahn enger miteinander verknüpft.“ Das mache das Reisen mit dem Nahverkehr komfortabler und so könnten neue Fahrgäste gewonnen werden. Landrat Hellmuth zeigte noch einmal, wie gut aufgelegt er war und meinte: „In einer weiteren Entwicklungsphase wird dann auch angezeigt, ob die Klimaanlage im Zug funktioniert oder nicht.“

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