Kinderbetreuung: Landkreis präsentiert Planung / Stadt sieht einige Aspekte als problematisch an

Mehr Bedarf an inklusiven Plätzen

Um den Bedarf an Betreuungsplätzen in Krippen, Kitas und Schulen geht es in einer Planung des Landkreises. Foto: AZ-Archiv/xp
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Um den Bedarf an Betreuungsplätzen in Krippen, Kitas und Schulen geht es in einer Planung des Landkreises.
  • Mike Höpfner
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Stendal. Wie viele Kita-Plätze gibt es in Stendal und wie viele werden tatsächlich in den kommenden Jahren benötigt? Mit dieser Frage hat sich der Landkreis beschäftigt und eine sogenannte „Bedarfsplanung Kindertagesbetreuung“ erstellt.

Als grundlegendes Ergebnis hält die Planung fest, dass es in den kommenden Jahren einen deutlich gesteigerten Bedarf an inklusiven und integrativen Plätzen geben wird. Konkret geht es hier um den Zeitraum von 2017 bis 2021.

„Im Bereich der Kinder von drei Jahren bis zur Schulpflicht sind die in den Betriebserlaubnissen dargelegten Kapazitäten zu reduzieren“, so geht es aus der Planung der Verwaltung hervor. Aktuell sind für die Kinder von bis zu sieben Jahren insgesamt 1129 Plätze vorhanden. Für das Jahr 2021 werden laut der Planung 56 Plätze weniger benötigt. Für auswärtige Kinder, die in der Hansestadt betreut werden, sowie für „unvorhergesehene Bedarfe“, solle eine Platzreserve in Höhe von zehn bis 20 Prozent vorgehalten werden. Die entsprechenden Betriebserlaubnisse der Einrichtungen sollten dahingehend angepasst werden, wie aus der Bedarfsplanung hervorgeht.

Anders sieht es bei den Knirpsen im Alter von null bis drei Jahren aus. Hier verzeichnet die Rolandstadt eine Steigerung – wenn auch nur eine leichte. Statt für 567 Kinder im Jahr 2015 werden für den Planungszeitraum 2021 etwa 651 Plätze benötigt. Tatsächlich vorhanden sind derzeit jedoch schon 641 Plätze. „Dem Mehrbedarf in Höhe von zehn Plätzen kommt keine große Bedeutung zu, jedoch sollte die integrative Betreuung für Kinder unter drei Jahren ausgebaut werden.“

Auch für die Altersgruppe der sieben- bis 14-jährigen Kinder reichen die vorhandenen Betreuungsplätze wohl nicht aus. 775 Plätze sind es momentan. Bis zum Ablauf des berechneten Zeitraumes werden 849 Plätze benötigt. Dementsprechend entsteht ein Mehrbedarf von 74 Plätzen. „Es sollte ein deutlicher Ausbau in diesem Bereich stattfinden, möglicherweise durch Neubau eines Hortes. Die integrative Komponente sollte in allen Horten gleichmäßig gegeben sein“, fordert die Bedarfsplanung für den Stendaler Bereich.

„Der Landkreis hat diese Planung in Auftrag gegeben, weil er für die Bereitstellung von Kita-Plätzen zuständig ist“, informiert Stadtsprecher Klaus Ortmann. Aus einer Stellungnahme der Hansestadt geht auch hervor, dass die Planung nicht ganz unproblematisch sein kann. „Schwer nachvollziehbar“ sei etwa der von allen Betreuungsformen geforderte Reservebedarf von zehn bis 20 Prozent. „Völlig unberücksichtigt bleibt hierbei, dass in Stendal eine Reihe von auswärtigen Kindern betreut werden, für die eigentlich in den Heimatgemeinden Betreuungsangebote geschaffen werden müssten“, so die Stadt. Der Stadtrat entscheidet im Februar.

Von Mike Höpfner

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