„Definitiv größer als Bützow“

Mecklenburgerin besucht während Pandemie das erste Mal Stendal

Eva-Maria Krause steht auf dem Westwall vor dem Tangermünder Tor in Stendal und lächelt in die Kamera.
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Eva-Maria Krause besuchte am Wochenende das erste Mal die Stadt Stendal. Von den vielen geschlossenen Geschäften ließ sie sich das Erlebnis nicht verderben.
  • Lisa Maria Krause
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„In kleineren Städten wie meiner Heimatstadt Bützow in Mecklenburg-Vorpommern zerfallen viele Altbauten in der Innenstadt. Es ist schön, dass so viel hier noch erhalten ist.“ Eva-Maria Krause konnte, während sie vergangenes Wochenende Verwandte besuchte, das erste Mal Stendal erkunden und sprach mit der AZ über ihre ersten Eindrücke.

Stendal - Trotz der Schließung vieler Geschäfte und Kultureinrichtungen gab es ihrer Meinung nach genug zu sehen. Ihr Weg führte sie über den Westwall, die Schadewachten hoch und entlang der Breiten Straße bis zur Marienkirche und den Marktplatz.

„Vieles in Stendal hat mich an alte Städte in Mecklenburg-Vorpommern erinnert.“ Was vermutlich daran liege, dass auch Stendal eine Hansestadt ist, wie viele der größeren Städte im Norden. Ein Hauch von Nostalgie spricht aus Krauses Worten, denn schon seit Jahren lebt sie in Berlin. „Dafür bin ich mit dem Zug sehr einfach und billig hergekommen“, berichtet die Besucherin schmunzelnd. Vom Berliner Hauptbahnhof habe sie gerade einmal eine Stunde mit Direktverbindung per IC gebraucht.

Der Besucherin fielen vor allem kleine Details statt den üblichen Sehenswürdigkeiten ins Auge.

Bereits beim Eintreffen gab es Eindrücke, die sie an etwas erinnerten: „Schon als ich ankam, dachte ich daran, dass solche mittelalterlichen Städte mit Backsteinbauten und vielen Bögen oft früher ein Kloster hatten. Dass das auch bei Stendal zutrifft, habe ich erst später erfahren.“ Dass die Stiftskirche St. Nikolaus kein Dom im eigentlichen Sinn – nicht ursprünglich als Bischofssitz angelegt – ist, aber von Stendalern als solcher bezeichnet wird, amüsierte Krause. „Das klingt fast so, als wollten sie es interessanter machen, als es ist“, scherzte sie.

Da unter den derzeitigen Corona-Verordnungen kaum mehr als ein Spaziergang durch die Innenstadt möglich war, gab es vom kulturellen Charme der Rolandstadt vergleichsweise wenig zu sehen. „Ich bin schon froh, dass Museen derzeit öffnen können. Für Touristen ist es mit der Terminvereinbarung weniger spontan möglich, aber gerade gibt es doch sowieso nur wenig Tagestouristen.“ Von den Einschränkungen ließ Krause sich ihren Besuch nicht verderben.

Auch dieser metallene Drachen an einer Hauswand fiel ihr auf.

Alles in allem gefiel ihr Stendal sehr gut. „Ich bin generell interessiert an historischer Architektur. Hier gibt es noch viele altmodische Schaufenster und Verzierungen an den Häusern.“ Vor allem erschien der Besucherin die Stadt größer, als sie im Vorfeld erwartet hatte. „Ich muss an meine Heimatstadt denken. Aber Stendal ist definitiv größer als Bützow“, sagte sie schmunzelnd zum Abschluss. Sie freue sich, dass ihre Schwester, die Autorin, einen so vertraut wirkenden Ort zum Arbeiten fand.

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