Das Ziel: Impfquote von 95 Prozent

Masern breiten sich aus

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Experten raten dazu sich impfen zu lassen, um gegen Krankheiten geschützt zu sein.

Stendal – „Die Masern sind auch in Deutschland wieder auf dem Vormarsch – und das, obwohl es einen wirksamen Impfstoff gibt“, heißt es in einer Pressemitteilung, die auch den Landkreis Stendal mit einbezieht.

Die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) fordert eine höhere Impfquote für die hochansteckende Infektionskrankheit. Erst wenn mehr als 95 Prozent der Bevölkerung gegen Masern immun seien, gelte die Krankheit als ausgerottet. Einer aktuellen Auswertung der KKH zufolge stieg die Zahl der Masernfälle an.

So registrierte die Ersatzkasse 2017 bundesweit fast doppelt so viele Masern-Erkrankungen bei ihren Versicherten (70 Fälle) wie 2016 (37 Fälle). Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) erkrankten 2017 deutschlandweit insgesamt 929 Menschen an dem gefährlichen Virus – sogar knapp dreimal so viele wie im Jahr zuvor.

Die Krankenkasse verweist in diesem Zusammenhang auf die Weltgesundheitsorganisation WHO. Diese zählt eine Verbesserung der Impfquote zu den vorrangigen Zielen für die nächsten Jahre. Mangelnde Impfbereitschaft drohe die Fortschritte bei der Bekämpfung von gefährlichen Krankheiten zunichtezumachen, die durch Impfungen vermeidbar seien.

Für eine Verbesserung der Quote spricht sich auch die KKH aus. „Dass es in Ländern wie Deutschland, in denen die Masern bereits als ausgerottet galten, wieder mehr Fälle gibt, macht die Dringlichkeit einer konsequenten Impfung gegen das Virus deutlich“, unterstreicht Apotheker Sven Seißelberg.

Die Ständigen Impfkommission (STIKO) hat Hinweise rausgegeben, welche Grundlagen generell zu beachten sind. Die erste Masernimpfung sollte nach Meinung der Experten im Alter von elf bis 14 Monaten, die zweite mit 15 bis 23 Monaten erfolgen. Dann könne von einer Grundimmunisierung gesprochen werden.

Eine weitere Impfung empfiehlt die Kommission übrigens für alle nach 1970 geborenen ab 18-Jährigen mit nicht dokumentiertem Impfstatus, ohne bisherige Impfung oder mit nur einer Impfung im Säuglings- beziehungsweise Kleinkindalter. Dies ist nicht die einzige ansteckende Krankheit, gegen die sich geschützt werden kann. Gegen Masern wird üblicherweise in Kombination mit Mumps, Röteln und gegebenenfalls auch Windpocken geimpft. 

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