„Fortschritt nicht hinreichend“ / Klimaaktivisten sollen Marktplatz erneut putzen

Hansestadt Stendal fordert erneute Putzaktion

Auf dem Pflaster des Stendaler Marktplatzes sind noch deutliche Farbspuren zu erkennen.
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Auch nach fast einem Monat sind noch deutliche Farbspuren auf dem Marktplatz erkennbar
  • Stefan Hartmann
    vonStefan Hartmann
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Der Marktplatz ist noch immer mit Farbresten beschmiert. Die Stadtverwaltung hat die Klimaaktivisten jetzt dazu aufgefordert, den Platz bis zum 30. April wieder in seinen vorherigen Zustand zu bringen. 

Stendal – Die Kreideaktion der Klimaaktivisten liegt mittlerweile fast vier Wochen zurück – die Rückstände der Sprühkreide sind jedoch noch immer zu sehen. Per Schreiben vom Dienstag, 13. April, hat die Hansestadt jetzt die Gruppe Fridays for Future dazu aufgefordert, den Platz vor dem Rathaus erneut zu reinigen.

„Der derzeitige Fortschritt kann nicht als hinreichend bewertet werden, da nach wie vor sehr deutliche Farbreste der Sprühkreide zu sehen sind und sich eine wachsende Zahl von Bürgerinnen und Bürgern über den Zustand beschwert“, stellt Stadtsprecher Armin Fischbach auf AZ-Anfrage fest. Als Frist zur rückstandsfreien Entfernung wurde von der Hansestadt der 30. April festgesetzt. Weiterhin sei die Versammlungsleiterin in dem Schreiben darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass es sich bei dem Pflaster auf dem Marktplatz um Natursteine handelt, deren Fugen größtenteils nicht versiegelt sind. Der Einsatz von Hochdruckreinigern scheidet somit aus. „Zu wann ein weiterer Reinigungstermin vonseiten der Versammlungsleitung vorgesehen ist, weiß ich bislang nicht“, erklärt Fischbach. Darauf konnte die Versammlungsleiterin auf AZ-Anfrage ebenfalls keine Antwort liefern. Das weitere Vorgehen werde in der Gruppe Fridays for Future Stendal besprochen.

Auch die Mitarbeiter des städtischen Bauhofes haben bei dem ersten Reinigungsversuch einen Hochdruckreiniger auf den unversiegelten Flächen eingesetzt. Dabei habe es sich jedoch, wie Fischbach weiter erläutert, um einen „sehr kurzen Einsatz“ gehandelt, der den Versammelten verdeutlichen sollte, welche Reinigungsmöglichkeiten nicht funktionieren. Die dabei ausgespülten Fugen an jener Stelle seien direkt wieder verfüllt worden. Sie befänden sich demnach in dem Zustand wie vor dem Test und auch vor der Versammlung am 19. März.

Genaue Kostenangaben, falls eine professionelle Reinigung notwendig werden sollte, könnten von der Hansestadt noch nicht gemacht werden. Das zuständige Amt für technische Dienste habe jedoch bereits mit einem Fachbetrieb über die Reinigung gesprochen, der bis zum 30. April ein Angebot mit prognostizierten Kosten vorlegen soll. Mit diesem sollen auch eventuell sinkende Kosten nach weiteren Reinigungsfortschritten vonseiten der Aktivisten berücksichtigt werden können.

Unabhängig von den möglichen Ergebnissen weiterer Reinigungsaktionen habe das Vertrauensverhältnis zwischen Hansestadt und der Gruppe Fridays for Future jedoch einen Knacks erhalten. „Die bisherige Zusammenarbeit mit der Versammlungsleiterin und Fridays for Future Stendal empfanden wir im Allgemeinen bislang stets als respektvoll“, betont Fischbach. Auch im Zuge der Marktplatz-Reinigung seien bereits konstruktive Gespräche geführt worden. Es müsse jedoch festgehalten werden, dass aufgrund beiderseitiger Kommunikationsfehler das Vertrauen ein Stück weit beschädigt worden sei. Die Hansestadt bedauere dies, werde sich dem weiteren Dialog jedoch nicht verschließen.

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