Mit Mähdrescher und Motorrad unterwegs

Was die ostaltmärkischen Abgeordneten in der Sommerpause machen 

Magdeburg / Stendal. Der Plenarsaal ist leer. Kein Gewusel in den Gängen. Die Kantine geschlossen. Es herrscht Sommerpause im Magdeburger Landtag. Das politische „Geschäft“ läuft im Standby-Betrieb.

Was machen die Abgeordneten in dieser Zeit? Sind etwa alle im Urlaub? Die Altmark-Zeitung suchte die ostaltmärkischen Parlamentarier und fragte nach.

Landtagsvizepräsidentin Helga Paschke (Linke) freut sich wieder auf einen Urlaub zu Hause mit ihrer großen Familie. „Ich mache wie jedes Jahr Urlaub in meinem Garten und bereise die Buga-Standorte“, berichtet die Politikerin aus Klietz. Ganz von der Politik lassen kann sie aber in der sitzungsfreien Zeit nicht. Die Mitarbeit am Landeswahlprogramm zur Landtagswahl und die Vorbereitung auf die September-Klausur stehen auf dem Arbeitsplan.

Ihr Genosse Harry Czeke macht im Juli traditionell Wanderurlaub. Diesmal geht es für zehn Tage nach Österreich. Danach wird er als Mitglied im Landwirtschaftsausschuss mit Landtagskollegen im Lande auf Achse sein und zum Beispiel das Amt für Landwirtschaft und Flurneuordnung in Halberstadt besuchen. Vom 17. bis 23. August muss der Genthiner dann als stellvertretender Fraktionschef in Magdeburg „Dienst schieben“.

„Kraft für den rauen Herbst und Winter tanken“

Den August möchte Ralf Bergmann nutzen, um „Kräfte für einen politisch rauen Herbst und Winter zu tanken“. Konkrete Pläne, wo es hingehen soll, hat er noch nicht. Der Begriff „Sommerpause“ bringt den SPD-Abgeordneten aus Hohenberg-Krusemark zum Schmunzeln. Die Vorbereitungen auf die Haushaltsberatung, Sondersitzungen und Termine im Wahlkreis lassen bei ihm keine Ferienstimmung aufkommen.

Ganz anders bei seinem Parteifreund Tilman Tögel. „Wie jedes Jahr werden wir einen Großteil des Urlaubs in unserem Wochenendhaus an der Havel verbringen“, sagt er. Nur die Beine hochlegen will der Stendaler dort aber auch nicht. In der Sommerpause will er vor allem liegen Gebliebenes aufarbeiten. Mit der Bundestagsabgeordneten Marina Kermer wird Tögel ein zweitägiges Besuchsprogramm im Wahlkreis absolvieren. Außerdem finde noch eine dreitägige Sitzung des Ausschusses der Regionen in Brüssel statt.

„Ich bleibe in Deutschland“, erklärt hingegen Hardy Peter Güssau (CDU). „Ich werde etwas mit dem Motorrad fahren und auf einigen Berliner und Brandenburger Seen relaxen, viel lesen und in Ruhe Zeit mit Freunden verbringen“, so der Stendaler. Als dienstlichen Lesestoff hat er sich unter anderem den Bildungsbericht, Vorgänge um das Schulbauprogramm für Kommunen STARK III sowie Entwürfe von Verordnungen vorgenommen. Außerdem stehe eine auswärtige Tagung des Bildungsausschusses in Suhl an.

„In den Sommermonaten werde ich nicht im Urlaub fahren“, teilt Detlef Radke mit. Hat der Landtag Sitzungspause, sitzt der CDU-Abgeordnete auf seinem Mähdrescher. Spielt das Erntewetter mal nicht mit, möchte er einzelne Ortschaften in seinem Wahlkreis Tangerhütte/Tangermünde/Genthin besuchen, mit den Ortsbürgermeistern und Bürgern über Probleme und Wünsche reden. „Der Kontakt zu den Bürgerrinnen und Bürgern ist mir sehr wichtig“, sagt Radke.

„Im idyllischen Arendsee hat es uns gut gefallen“

Abwechslung nötig hat Dorothea Frederking. Auch nach der letzten Landtagssitzung der Saison sitzt die Abgeordnete von Bündnis90/Die Grünen bis nachts am Schreibtisch. Themen wie Putenhaltung, Kükentöten, Braunkohle, Wirtschaftsdünger und Windenergie werden sie auch im Sommer nicht loslassen. Zur Urlaubsplanung ist sie noch nicht gekommen. „Im idyllischen Arendsee hat es uns letztes Jahr sehr gut gefallen, sodass ich dorthin wieder einen Abstecher machen möchte. Mit meiner Mutter würde ich gerne die Buga erkunden. Mein Mann und ich möchten durch das Saale-Unstrut-Tal radeln“, sagt Dorothea Frederking.

Von Christian Wohlt

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