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Wie Luna aus Ärger Luft macht

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Unter Regie von Sarah Kohrs, unter musikalischer Leitung von Kapellmeister Hannes Ferrand und Chor-Einstudierung durch Gero Wiest zeigte sich Stendals TdA-Ensemble in bester Operetten-Laune. Paul Linckes „Frau Luna“ feierte begeisterte Premiere. Foto: privat
Unter Regie von Sarah Kohrs, unter musikalischer Leitung von Kapellmeister Hannes Ferrand und Chor-Einstudierung durch Gero Wiest zeigte sich Stendals TdA-Ensemble in bester Operetten-Laune. Paul Linckes „Frau Luna“ feierte begeisterte Premiere. Foto: privat

Stendal. Berliner Operette mit Schwung und Lokalhumor bietet seit Sonnabend das Ensemble des Theater der Altmark (TdA) in Co-Produktion mit den Brandenburger Symphonikern. Paul Linckes „Frau Luna“ erwies sich in der Premiere erneut als absolut lebensfähig.

Regisseurin Sarah Kohrs hat „alle Mimen springen lassen“ und ein Erfolgserlebnis garantiert, das Spiellaune und Stimmkultur unter Beweis stellt.

Die Geschichte vom Fritz Steppke (Andreas Müller), der sich mit den Kumpels Udo Lämmermeier (Florian Kleine) und Wilhelm Pannecke (Mathias Kusche) zum Mond auf- und davonmacht, dabei unverrichteter Weise von Mutter Pusebach (Angelika Hofstetter) begleitet wird, ist ein echtes Produkt des Berliner Humors der 1920-er Jahre. Die Begegnung mit Mondgöttin Luna, das Zusammentreffen von Frau Pusebach mit Theophil (Berthold Kogut), der sie einst auf Erd-Tour im Tiergarten vernascht hatte, die daraus resultierenden Eifersüchteleien bei der akuell Angebeteten Stella (Julia Ebert), das plötzliche Heimweh Steppkes in Lunas Boudoir nach Marie und ewig zögerliche Annäherungsversuche von Sternschnuppe an Luna erzeugen echte Operettenkonflikte, die sich im Finale heiter auflösen, um im Gassenhauer „Berliner Luft“ zu münden.

Das Berliner Männertrio Müller, Kleine und Kusche brillierte mit der urkomisch tanzenden und singenden Hofstetter. Ihr Spieltalent brachte sie auch im Ringen mit Kogut und Kleine zur Geltung. Gesanglich wie spielerisch souverän zeigte sich Dorothea Velten (Frau Luna), deren irdische Rivalin Marie (Anett Sigmund) bewusst kess angelegt ist. Sonderapplaus verdiente sich Jan Kittmann mit seiner Venus-Tanznummer, bei der ihm Sigmund als Mars assistierte. Der Theaterchor unter Leitung Gero Wiests löste seine Aufgaben souverän und die Brandenburger Symphoniker mit Kapellmeister Hannes Ferrand an der Spitze zogen mit am Strang des Erfolges. Der Abend wurde zum Fest der Sinne. Er hatte seine Da-capo-Rufe, die erhört wurden, verdient.

Nächste La Luna-Aufführungen im TdA in Stendal: 2. und 15. Dezember, 2. Februar, 1. April, 17. Mai und 15. Juni.

Von Ulrich Hammer

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