Mako Kusagaya – Dekanatskirchenmusikerin spielt auf Robson-Orgel

Logischer Weg nach Stendal

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Mako Kusagaya ist am Sonntag an der Robson-Orgel, gebaut 1870, zu erleben.

Stendal. Sie ist eine gläubige Katholikin, eine weltweit anerkannte Organistin und ein Mensch, der offen auf andere zugeht.

Wie kommt eine Japanerin, geboren in der Mega-City Tokio, dazu, den Lebensmittelpunkt in die Hansestadt Stendal zu verlegen? „Die Frage habe ich schon tausendmal gehört“, sagt Mako Kusagaya lachend. Die Antwort klingt logisch: „Eine Freundin hat die Ausschreibung gelesen und hat an mich gedacht. “ Seit November des vergangenen Jahres lebt und arbeitet sie nun in der Altmark. Und ist als Kirchenmusikerin des Dekanats Stendal in den katholischen Kirchen unter anderem in Salzwedel, Seehausen, Osterburg, Stendal und Tangerhütte an der jeweiligen Orgel zu erleben.

Der Weg zu diesem Instrument begann mit einem frühen Wunsch in ihrer Kindheit. „Ich habe meinen Eltern immer gesagt, dass ich Orgel spielen will.“ Die, meist elektronischen, Klänge vernahm sie während der regelmäßigen, sonntäglichen Besuche der Messe mit ihren Eltern. Mit 16 erfüllte sich dann der Wunsch, eine „richtige Orgel“ spielen zu können, nachdem sie bereits an der elektronischen Orgel und am Klavier die handwerklichen Fähigkeiten gefestigt hatte.

Ein erstes Orgelstudium in Tokio folgte. Und diesem ein weiterer Wunsch: „Ich wollte in dem Kulturkreis dieses Instruments studieren, aus dem es hervorging.“

Ihr Examen für Kirchenmusik und Orgelkonzert absolvierte Kusagaya an der Universität der Künste in Berlin nach vorherigen Studien in Stuttgart an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst.

Als das Angebot kam, nach Stendal zu gehen, war die Japanerin, die seit mittlerweile knapp zwei Jahrzehnten in Deutschland lebt, in Jordanien musikalisch aktiv. Ihre dortige Aufgabe: Konzerte spielen und Unterricht geben. „Als Christin empfand ich dies als große Ehre und merkte schnell, dass dort nicht nur ,arabische Musik’ gespielt wird, sondern auch großes Interesse an moderner und klassischer, westlicher Musik besteht.“ Allerdings war und ist es als Privatperson nicht einfach, dort Fuß zu fassen.

Das war mit der neuen Stelle in Stendal deutlich einfacher und ebenso erfüllend. Eine Stadt, von der sie positiv überrascht ist. „Es gibt ein Theater mit eigenem Ensemble“, freut sich Kusagaya. Zeit, dieses zu besuchen, hatte sie noch nicht. „Erst einmal führen mich meine Wege zwischen Büro und meiner Wohnung und in die Kirchen der Altmark.“ In einem dieser ist die Organistin am Sonntag, 6. März, zu hören. Die Orgelandacht in der katholischen Pfarrei St. Anna, Mönchskirchhof 4, beginnt um 17 Uhr.

Von Alexander Postolache

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