Reden am Markt und Altmark-Forum / „Das Schlimmste verhindert“

Linke Gruppen fordern mehr Solidarität

Mehrere Demonstrationsteilnehmer bilden einen Fahrradkorso.
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Gut 40 Personen sind mit Fahrrädern von einer Kundgebung zur nächsten gefahren.
  • Stefan Hartmann
    vonStefan Hartmann
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Der erste Mai ist Tag der Arbeit. Zahlreiche Gruppierungen haben deshalb zu Demonstrationen und Kundgebungen eingeladen. Im vergangenen Jahr sind diese wegen der Corona-Krise ausgefallen. 

Stendal – Traditionell finden am ersten Mai Demonstrationen statt. Während diese im vergangenen Jahr Pandemiebedingt ausgefallen waren, fanden sich am Samstag gegen 10 Uhr wieder rund 40 Personen auf dem Stendaler Marktplatz ein. Geladen hatte, auf dem Papier, die SPD. Beteiligt waren jedoch unter anderem auch der DGB und die Linke. Nach einer kurzen Radtour durch die Hansestadt folgte eine weitere Kundgebung am Altmark-Forum.

Als erster Redner trat André Voß, Gewerkschaftssekretär IG Metall, auf. In der Coronakrise sei schnelles und entschlossenes Handel gezeigt worden. „Viele Beschäftigte leiden schwer und immer schwerer unter den wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Krise. Und doch – das Schlimmste konnten wir verhindern“, sagt Voß. Auch wenn es Erfolge gegeben habe, seien noch weitere Ziele zu erreichen. So dürften die Kosten der Krise nicht von den Schwächsten getragen werden müssen.

Anisa Fliegner, Landtagskandidatin Die Linke, lenkte die Aufmerksamkeit auf Probleme in der Pflege. „Das Gesundheitssystem wird nicht zusammenbrechen, weil Betten oder Beatmungsgeräte fehlen, sondern weil das Pflegepersonal verheizt wird“, erörtert sie. Dem müsse mit besseren Löhnen und Arbeitsbedingungen entgegengewirkt werden. Juliane Kleemann, Landesvorsitzende und Landtagskandidatin der SPD, schlägt in dieselbe Kerbe. Es dürfe nicht nur auf die Zahl der Intensivbetten geschaut werden, sondern auf die, die an diesen stehen. Matthias Höhn, Bundestagsabgeordneter Die Linke, kritisiert die Ausgaben des Bundes in den vergangenen Monaten. Genau während der Pandemie im Herbst seien sechs Milliarden Euro für vier neue Marineschiffe ausgegeben worden. Davon hätte eine halbe Milliarde Dosen Biontech gekauft werden können.

Rolf Schümer aus Geestgottberg, ehemals bei Verdi, aktuell bei einer französischen Gewerkschaft, kritisiert, dass die kleinen Leute die Zeche bezahlen müssen, während die Großen ungeschoren blieben, Subventionen erhielten und Aktionäre mit hohen Dividenden beglückten. 1,3 Billionen Euro seien mittlerweile an die Wirtschaft geflossen. Das hätte gereicht, um für die Pandemiezeit ein bedingungsloses Grundeinkommen von 1700 Euro zu finanzieren. „Das hätte die Existenzängste bei so vielen genommen“, sagt Schümer.

Zum Abschluss der Kundgebungen vernetzten sich die Teilnehmer symbolisch mit DGB-Schals.

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