Breitband-Start: Gratis-Anschluss für Glasfaser-Kunden gilt nur bis 5. Juni

Lichtschnelles Internet buhlt mit Tiefbau-Rabatt

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Das Material für digitale Höchstleistung in den Händen plaudern Landrat Carsten Wulfänger (l.) und Hassels Bürgermeister Uwe Rihsmann auf der Breitband-Bürgerversammlung über die Vorzüge der Glasfaserkabel.

Hassel/Arneburg. „Das schaffen wir“, sieht Salzwedels Altmarkkreis-Mitarbeiter am Dienstagabend nach eineinhalbstündiger Breitbandstart-Debatte kein Problem mit der 60-Prozent-Mindestquote.

In Vierer-Reihen hören etwa 80 potenzielle Glasfaser-Kunden, dass in „fünf bis acht Jahren die ganze Altmark“ mit Lichtgeschwindigkeit im Internet unterwegs seien. „Es geht nur gemeinsam, das ist der Plan“, betont Axel Schulz.

„Im Dezember sollen die Ersten am Netz sein“, erklärt Thorsten Scholz. Der Projektleiter des Netzbetreibers DNS-Net will im Auftrag des Zweckverbands Breitband in 70 Clustern (Abschnitten) altmarkweit „himmlisch schnelles Internet“ über Glasfaser in FTTH-Technik (Fibre to the Home) bis ins Haus liefern. Während das in Bernau bei Berlin in Brandenburg, seit 1998 existierende Unternehmen mit dem Verband über einen Pachtvertrag alle Kundenverträge verantwortet, kümmert sich das Breitbandbündnis um die kostspieligen Erdarbeiten. Mit bis zu rund 70 000 Hausanschlüssen altmarkweit rechnen Netzbetreiber und Verband laut Ausschreibung.

„Ich bin kein Vertreter, aber ich werbe trotzdem für das Projekt“, kommt auch Stendals Landrat bei der „Premiere“ in Hassel schnell auf das drohende Hemmnis „Wirtschaftlichkeitsgrenze“ zu sprechen. „Es funktioniert nur, wenn die Bürger mitmachen“, klingt Carsten Wulfänger (CDU) schließlich fast wie ein Telefonverkäufer, als er auf die „viele tausend Nutzer in Brandenburg“ verweist.

Auch Hassels Bürgermeister findet es „wichtig, dass es jetzt endlich los geht“.

Besonders für die Ortsteile Wischer, Sanne und Chausseehaus Hassel sei das Angebot wichtig, sagt Uwe Rihsmann der AZ.

Wegen seiner geografischen Lage zu den Rechenzentren des Netzbetreibers und wegen eines in der Nachbarschaft Brandenburgs geplanten Netzausbaus werde mit dem „Pilotgebiet Arneburg-Krusemark“ begonnen. 2200 Hausanschlüsse, zwei POP-Stationen und 70 Verteilerschränke seien im ersten Abschnitt geplant.

Die Montage koste pro Haus etwa 1920 Euro inklusive Tiefbau, Kernbohrung, Abdichtung, Montage, Messung und Dokumentation. Weil es entscheidend aber auf die Planung der Hausanschlüsse ankomme, bieten Verband und Netzbetreiber bis zum Stichtag 5. Juni ein Lockangebot. Wer bis dahin unterschreibt, zahle „einmalig 200 Euro“, verursacht der Projektleiter ein Rumoren im Saal. 14 Tage später koste der Anschluss schon 400 Euro, danach seien besagte 1920 Euro fällig.

Der letzte Einwohner-Infoabend ist am 4. Juni in Sandau. Bis dahin werden die Beauftragten an acht Abenden fürs Turbo-Netz geworben haben. „Ein Problem ist, dass wir so viele ältere Menschen haben“, sagt Hassel Bürgermeister. Wie Uwe Rihsmann dürften viele seiner Amtskollegen denken.

Von Antje Mahrhold

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