SPD will Kompetenzen bündeln und Aufklärungsarbeit verstärken / Unabhängiges Amt geplant

Liberales Wolfsbüro für Arneburg

+
Isegrim in der Fotofalle: Problemwölfe sind in Sachsen-Anhalt nicht bekannt, sagt der agrarpolitische Sprecher.

Magdeburg / Altmark. Der Wolf ist zurück. Mit ihm tauchen Sorgen auf, die mehr als 100 Jahre lang keine Rolle spielten. Der Ärger ist groß, wenn Canis Lupus Schafe reißt oder sich am Wild vergeht.

Je näher sich das Wildtier den Menschen nähert, desto größer die Ängste und Probleme. Hat die Politik das Thema verschlafen?

„Nein“, meint Ralf Bergmann und verweist auf die vom Landwirtschaftsministerium 2008 erlassene „Leitlinie Wolf“, die den Umgang mit dem Raubtier beinhaltet. Allein in dieser Legislaturperiode haben sich der Landtag beziehungsweise seine Ausschüsse schon 40 Mal mit dem Thema befasst. „Es gibt aber ein Defizit in der Aufklärung“, gesteht der agrarpolitische Sprecher der SPD-Fraktion ein.

Kaum eine Woche vergeht, in der nicht über Wolfssichtungen oder gerissene Tiere berichtet wird. Das führe dazu, dass es „gefühlt“ weit mehr Wölfe unterwegs sind, als in natura. „Ich würde gern mal einem begegnen. Bisher ist mir das nicht gelungen“, sagt der Abgeordnete aus Hohenberg-Krusemark. So genannte Problemwölfe, also Tiere die sich länger an menschlichen Siedlungen aufhalten, seien in Sachsen-Anhalt nicht bekannt und dass Menschen angefallen werden, komme weltweit sehr selten vor.

Dennoch müssten die Ängste in der Bevölkerung und die Sorgen von Tierhaltern und Jägern ernst genommen werden. Bergmann spricht sich daher, nach dem Vorbild Sachsens und Brandenburgs, für die Schaffung eines unabhängigen Wolfsbüros aus. Damit sollten die bisher zersplitterten Zuständigkeiten gebündelt und fachlich konzentriert werden, meint er. Wichtig sei die Aufklärungsarbeit. Angesiedelt werden könnte das Büro in Arneburg, wo das Landesverwaltungsamt die Referenzstelle Wolfsschutz betreibt. Eine eigene Behörde für den Wolf? Hört der Politiker da nicht den Amtsschimmel wiehern? Dass die Zahl der Rudel steigt, sei unbestritten. Mit der Anzahl der Tiere wachse der Verwaltungsaufwand, hält Bergmann dagegen. „Wir leben in einer Kulturlandschaft.“, Da brauche man Regeln und Fachleute, die sie umsetzen. Das gelte für den Wolf.

Von Christian Wohlt

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare