Dauerspitze Faber schwört auf Wahlen ein

Liberale wollen keine Verlierer mehr sein: Kreisverband Stendal einig wie selten

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Der neue Vorstand: Marcus Faber (v.l.) Astrid Bleißner, Uwe Schmidt, Arnold Bausemer, Mathias Fritze, Matthias Siegmanski, Ralf Berlin. Lars Falke fehlt an dem Tag.

Stendal – Störfeuer in den eigenen Reihen und Selbstzerfleischung scheinen im Kreisverband Stendal der Vergangenheit anzugehören. Die Liberalen geben sich ziemlich bissig und schießen erste Salven in Richtung der Konkurrenz.

„Wir sind noch lange nicht fertig“, droht Dr. Marcus Faber, der 2017 dank eines recht überraschend guten Ergebnisses der Freien Demokraten in den Bundestag einziehen konnte.

Der Blick geht nach vorn auf die Kommunalwahlen am 26. Mai. In Kreistag und vielen Stadträten führt die Partei momentan nur noch ein Schattendasein.

Faber (34) gibt das Zepter für den Verband auch nach zwölf Jahren nicht aus der Hand. Die Parteifreunde haben den Stendaler beim Parteitag geschlossen im Amt bestätigt. Stellvertreter sind: Osterburger Mathias Fritze (52) und neu dazu Uwe Schmidt (28), ein gebürtiger Osterburger in Stendal. Schatzmeister ist und bleibt Matthias Siegmanski (46), ebenfalls Osterburg.

Die Beisitzer: Ralf Berlin (58, Schinne), Arnold Bausemer (65, Hohengöhren) und neu Lars Falke (34, Klein Schwechten). Die einzige Frau im Vorstand ist seit Sonnabend Astrid Bleißner (75). Die pensionierte Lehrerin erkennt das gleich selbst und mahnt, bei all dem offensichtlichen Verjüngungskurs im Kreisverband den Frauenanteil nicht zu vergessen.

Wie zum Beleg: Von 16 Liberalen aus Ostaltmark und Elbe-Havel-Winkel waren an diesem Tag zwei weiblich. Alter und neuer Kreischef Faber lässt sich davon nicht die Laune verderben. Die FDP habe in letzter Zeit bundesweit tausende Mitglieder dazugewonnen, in Kreisverband seien es immerhin fünf binnen eines Jahres gewesen. Aktuell führt die Kartei 44 Frauen und Männer auf. Möglichst viele sollen in den Wahlkampf ziehen. Am 9. März werden die Kandidatenlisten für den Kreistag geschrieben, schon davor die für die anderen kommunalen Vertretungen.

Faber sieht seine Partei auf steigendem Ast, 2021 soll diese endlich wieder zurück in den Landtag. „Sachsen-Anhalt ist überall Schlusslicht“, meint der Politologe und zählt auf: „Unternehmensgründungen, Breitbandausbau, Bevölkerungsentwicklung.“

Ins selbe Horn stößt Dr. Lydia Hüskens, wie Faber Landes-Vize, und übt sich in Emotionen: „Wer seine Heimat liebt, versucht, sie besser zu machen.“ Den Mitbewerbern stellt der Gast aus Magdeburg ein schlechtes Zeugnis aus. Der Populismus sei auf dem Vormarsch. „Parteien wie die AfD leben von Problemen, und zunehmend auch andere Parteien. Lösungsansätze gibt es selten.“

VON MARCO HERTZFELD

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