Stendaler Ronny Gutzeit wurde gestern aus Klinik entlassen / „Alles gut überstanden“

Leukämie-Patient wieder wohlauf

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Ronny Gutzeit hat die Leukämie besiegt. Nach der Diagnose im August 2016 ging es für den Stendaler ins Magdeburger Uni-Klinikum. Ein passender Spender für die notwendigen Stammzellen konnte gefunden werden. 

Stendal. Akute lymphatische Leukämie, so lautete im August vergangenen Jahres die niederschmetternde Diagnose für den Stendaler Ronny Gutzeit. Nun hat der zweifache Familienvater die schwere Krankheit besiegt und ist wieder mit seiner Familie vereint.

„Ich bin echt froh, dass die Werte so stabil sind. Er hat alles gut überstanden“, sagt Gattin Stephanie Gutzeit im AZ-Gespräch. Doch ganz problemlos verlief die Behandlung des Stendalers dennoch nicht.

„Der Eingriff beim Stammzellen-Spender musste dreimal verschoben werden“, so Stephanie Gutzeit. Das habe natürlich auch Sorgen innerhalb der Familie verursacht. Vielleicht hat es sich der Spender doch noch einmal anders überlegt. Aber auch der Eingriff bei Ronny Gutzeit wurde auf einen zweiten Termin verschoben. „Das Ganze hat sich über sechs Wochen hingezogen“, sagt die Ehefrau des Erkrankten.

Ende Februar erfolgte eine Ganzkörper-Bestrahlung. Dabei werden, so informiert die Deutsche Krebsgesellschaft auf ihrer Internetseite, Knochenmark und im Idealfall alle erkrankten Zellen zerstört. Eine Vorbereitung für die Stammzellentherapie. Anfang März, am 7., habe die Übertragung des gesunden Spendermaterials stattgefunden. „Mitte März haben sich die Stammzellen gesetzt und neues Blut produziert“, berichtet Stephanie Gutzeit. Der Beginn der Genesung. Zwischendurch konnte der Familienvater immer mal wieder nach Hause und musste nicht durchgehend das Klinikbett hüten.

Insgesamt fünf Spender hätten zur Wahl gestanden. Letztlich sei die Wahl des Klinikums und der Ärzte auf einen Herren aus Süddeutschland gefallen. Um ihrem Mann zu helfen, hatte Stephanie Gutzeit im Oktober vergangenen Jahres eine sogenannte Typisierungsaktion ins Leben gerufen. Typisierung bedeutet, dass dort, ähnlich der Blutspende, ein Röhrchen Blut unter ärztlicher Aufsicht abgenommen und untersucht wird. Die Aktion war erfolgreich. Über 500 Menschen kamen an dem Tag zur Grundschule Nord, um sich etwas Lebenssaft abzapfen zu lassen. Doch nicht nur das. Gutzeit verteilte im Vorfeld knapp 20 000 Flyer und machte in sozialen Netzwerken ordentlich Werbung für die Aktion. „Der Stammzellenspender war zwar nicht unter denen, die sich in Stendal haben registrieren lassen. Aber damit kann auch zahlreichen anderen Betroffenen geholfen werden“, so die Ehefrau und Mutter. Nun geht es für Ronny Gutzeit, vorerst wöchentlich, zur Nachsorge und Blutkontrolle.

Leukämie, im Volksmund auch Blutkrebs, beschreibt die Bildung von funktionsuntüchtigen Zellen der weißen Blutkörperchen. Und selbst die eigentliche Knochenmarkspende wird nicht aus dem Rückenmark, sondern aus dem Beckenkamm entnommen. „Die entnommene Menge an Knochenmarkzellen wird im Körper innerhalb weniger Wochen nachgebildet“, heißt es in einem Info-Flyer des Uni-Klinikums Magdeburg, wo auch Ronny Gutzeit behandelt wurde.

Von Mike Höpfner

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