Ohne Nutzung hat denkmalgeschütztes Fabrikgebäude keine Zukunft

Letzte Chance für Gießerei?

Für die Alte Gießerei in Tangerhütte ist es bald zu spät: Ortsbürgermeister Gerhard Borstell bedauert den Verfall des denkmalgeschützten Fabrikgebäudes aus dem Jahr 1896. Foto: Sternitzke

Tangerhütte. „Jetzt ist es zu spät“, sagt Ortsbürgermeister Gerhard Borstell (SPD) resignierend.

Die Fensterscheiben zersplittert, ein Großteil der Dächer eingestürzt, in den Fabrikhallen die ersten Bäume in frischem Frühlingsgrün: Die denkmalgeschützte Alte Gießerei in Tangerhütte verfällt zusehends. Heute ist sie wieder einmal Gegenstand der Diskussion. Die Arbeitsgruppe Bildung und Kultur der CDU-Landtagsfraktion spricht über Sanierungs- und Nutzungsmöglichkeiten für das Neue Schloss und die ehemalige Industrieanlage, die dem Ort einmal seinen Namen gab.

Der Termin ist Teil des Auswärtigen Fraktionstages im Wahlkreis des CDU-Landtagsabgeordneten Detlef Radke, der gestern mit Beratungen im Schloss Tangermünde begann. Dr. Frank Dreihaupt, Vorsitzender des Vereins „Aus einem Guss – Förderverein für Industriegeschichte und Gartenkunst Tangerhütte, will die Gelegenheit nutzen, um den Parlamentariern seine Ideen vorzustellen: „Ich hoffe, dass von Seiten des Landes Unterstützung kommt.“

Ideen gab es schon einige für das Industriedenkmal: Gewerbeansiedlung, Supermarkt mit historischer Fassade, Museum – Architekten haben Pläne entwickelt. „Jetzt ist die Zeit darüber hinweggegangen“, sagt Borstell. Das grundsätzliche Problem: „Wer hier investieren will, muss ein tragfähiges wirtschaftliches Konzept haben.“

Die Alte Gießerei, ein Stück Industriegeschichte Seite 5

Von Gerhard Sternitzke

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