Alte Containeranlage noch im Spiel

Leichtathletik: Neues Vereinsgebäude in Stendal teurer als gedacht

Die Containeranlage des Leichtathletikvereins in Stendal steht nahe dem Weitsprung.
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Ob das Projekt tatsächlich stärker in Schieflage gerät, muss sich zeigen. Der Verein in Stendal hält die Containeranlage für alt und überholt. Circa 1,55 Millionen Euro würde ein fester Neubau nach aktueller Schätzung kosten
  • Marco Hertzfeld
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Einem neuen Sportlerheim des Stendaler Leichtathletikvereins ‘92 fehlt die Puste. Die Stadt sieht höhere Kosten und lässt auch andere Möglichkeiten prüfen. Deshalb scheint die Containeranlage, gut 30 Jahre alt, noch nicht aus dem Spiel.

Stendal – In Reden zum Stadiongeburtstag am Wochenende spielte es eine Rolle. Doch könnte das neue Vereinsgebäude der Stendaler Leichtathleten deutlich teurer ausfallen als einmal gedacht. Und offensichtlich auch deshalb kann sich nicht zuletzt die Stadtverwaltung auch eine Zukunft der aktuellen Containeranlage vorstellen. 700.000 Euro sollen im Haushalt bislang eingestellt sein. Nach neuesten Baukosteninformationen seien für einen festen Neubau in angegebener Größe und einschließlich der Nebenkosten mehr als eineinhalb Millionen Euro zu veranschlagen, teilt Rathaussprecher Armin Fischbach auf Nachfrage der AZ mit. Im Klartext: Auf der Zielgeraden scheint sich das Projekt noch nicht zu befinden. Die Vereinsspitze hatte im März davon gesprochen, dass das neue Domizil womöglich ja schon 2022 stehen könne. Ob das noch gelingen kann, bleibt abzuwarten.

1,55 Millionen Euro derzeit veranschlagt

Zumal die Fachämter ganz offensichtlich nicht allein auf den gewünschten Neubau setzen. Der Stadtsprecher formuliert es so: „Um einen wirtschaftlichen Vergleich von Neubau zu Sanierung und gegebenenfalls Erweiterung der Containeranlage vornehmen zu können, wurde zwischenzeitlich zur Containeranlage eine Bestandsuntersuchung veranlasst. Erst nach Vorlage der Ergebnisse wird die Verwaltung in der Lage sein, hierzu eine abschließende Bewertung vorzunehmen.“ Auf den Punkt gebracht: Die gut drei Jahrzehnte alten Container müssen keinesfalls ganz und gar ausgedient haben. Die Führung des Stendaler Leichtathletikvereins ‘92 hatte im Frühjahr in der AZ ein marodes Bild der Containeranlage an der Osterburger Straße gezeichnet. Und in der Tat: An manchen Stellen dringt immer wieder Wasser ein und auch so nagt der Zahn der Zeit an ihr.

Fachamt lässt noch Bestand prüfen

Verantwortliche in der Stadtverwaltung dürften recht weit davon entfernt sein, einen konkreten Baustart für ein neues Sportlerheim des SLV ‘92 zu nennen. Auch scheinen Hausaufgaben noch nicht ganz erledigt. „In Absprache mit dem Vereinsvorsitzenden wurde die Verwaltung für die kalkulative Berechnung das gewünschte Raumprogramm zugearbeitet“, umreißt der Stadtsprecher die Lage. Und weiter: „Daraus ergibt sich für einen Neubau eine Nettonutzfläche von circa 690 Quadratmetern. Eine Entwurfsplanung zur weiteren Abstimmung, wie in dem beschlossenen Antrag vom Verein zugesagt, wurde bisher noch nicht vorgelegt.“ Und es bleibt eben auch die Geldfrage. Fördermittel könnten helfen. „Allerdings würde auch bei einer Förderung die im Haushalt eingestellte Summe nicht für den verbleibenden Eigenanteil der Hansestadt Stendal genügen.“

SLV einer der aktivsten Vereine im Landkreis

Was wo genau entstehen soll und kann, Fischbach will und kann für die Stadt nicht konkreter werden. Warum es einen Neubau überhaupt geben müsse, dazu heißt es: „Maßgeblich ist neben dem Raumersatz et cetera der vom Verein angezeigte Bedarf an zusätzlichen Sanitär- und Umkleideräumen.“ Dass die Containeranlage ursprünglich als Übergangslösung gedacht gewesen sei, daran wollte die Vereinsspitze schon im Frühjahr gegenüber der AZ erinnert wissen. Der SLV ‘92 hat mehrere Hundert Mitglieder. Er gilt als einer der aktivsten Vereine im Landkreis Stendal. Immer wieder packen Mitglieder und Mitstreiter selbst mit an. So soll die Hälfte der Stadiontribüne in Eigenleistung gebaut worden sein. Und erst vor einigen Monaten wurde eine neue Hammer- und Diskuswurfanlage, zu 100 Prozent vom Land Sachsen-Anhalt gefördert, aufgebaut.

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