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Laubcontainer in Stendal rücken fester

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Von: Marco Hertzfeld

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Ein Laubblatt ist von Frost überzogen.
Die kältere Jahreszeit verabschiedet sich. Doch der nächste Herbst kommt bestimmt. Politik und Verwaltung wollen in der Laubfrage für 2022 vorankommen. © Imago

Der nächste Herbst kommt bestimmt: Wie die Stadt Stendal die Laubentsorgung öffentlicher Bäume gestaltet, ist noch nicht geklärt. Auch wenn ein Testlauf mit 100 Containern aus Sicht des Fachamtes recht gut verlaufen ist.

Stendal – Der Praxistest ist bestanden, die Herbstlaubentsorgung öffentlicher Straßenbäume im Stendaler Stadtgebiet kann in dieser Form auch zukünftig angeboten werden. Bei Anzahl und Standorten der Container sollte allerdings nachjustiert werden. Und: Die Aktion muss frühzeitiger als 2021 organisiert werden, um sie mit allen möglichen Betroffenen besser abzustimmen. Im Wesentlichen ist dies das Fazit des zuständigen Amtes für Technische Dienste, welches dem Stadtrat für den 25. April zur Information vorliegt. Zuvor soll das neunseitige Papier alle Ortschaftsräte und einige Ausschüsse passieren. Mit etwa 29.500 Euro blieben die Kosten im Rahmen dessen, was veranschlagt war. Aus verschiedensten Gründen sollten statt 100 Container in den Folgejahren 110 aufgestellt sein, heißt es.

Kosten 2021 unterm Strich wie veranschlagt

68 Container standen in der Kernstadt, 32 im Umfeld. Selbst in der Kernstadt verlief „die Nutzung der Container disziplinierter als angenommen“. Gerade einmal 1,74 Tonnen nicht kompostierbare Abfälle landeten insgesamt in den Behältern, das entspricht etwa 2,2 Prozent der gesamten Entsorgungsmenge. Im Konzept war von 20 Prozent Fehlbefüllung ausgegangen worden. Wobei zur Wahrheit auch gehöre, dass die Entsorgungsfirma Fremdstoffe aussortierte. Und ja, in 30 Containern fanden sich auch andere kompostierbare Abfälle und nicht allein das Laub von Straßenbäumen. Überhaupt lasse sich nicht ausschließen, dass so manches Laub von Privatgrundstücken diesen Weg nahm, die Rede ist von einer „Dunkelziffer“. Kurzum: Es fielen rund 113 Tonnen Laub und 1,7 Tonnen Restabfall an.

Fremdstoffe bisher eher überschaubar

Für die Hansestadt bestehe keine rechtliche Verpflichtung zur Entsorgung des Laubes von Straßenbäumen, sofern die Straßenreinigung den Anliegern übertragen wurde. Darauf weist das Fachamt in der Auswertung des Praxistests noch einmal hin. Rechtlich scheint einiges in Bewegung, die Kosten für die Herbstlaubentsorgung sollen ab 2022 „auf alle Straßenreinigungsverpflichteten der Hansestadt gerecht und gleichbehandelnd umgelegt“ werden können. Was das genau bedeutet, wird sich zeigen, die Diskussion im Stadtrat dürfte längst noch nicht abgeschlossen sein. Denkbar wäre unter anderem auch die Einführung einer gesonderten Herbstreinigung durch die Stadt. Weil die Biotonne des Landkreises seit Kurzem kostenpflichtig ist, kam das Ganze auf die städtische Tagesordnung (die AZ berichtete).

Die Testphase scheint ganz ordentlich verlaufen, die Befürworter einer veränderten Laubentsorgung dürften zufrieden sein. Doch noch sind längst nicht alle Fragen beantwortet. Und bitte: Schon dieser erste Test soll im Fachamt in erheblichem Maße Personal gebunden haben. Dass schon der nächste Containerherbst deutlich mehr Probleme beschert, kann niemand ausschließen. Eine regelrechte Beschwerdestelle könnte notwendig sein. Weil die Disziplin beim Menschen auch schnell wieder einmal nachlässt, könnte vieles im Großbehälter landen, was dort nicht hineingehört. Das kostet zusätzlich. Und wer soll das überhaupt alles kontrollieren? Der sogenannte Praxistest könnte sich zu einem Feigenblatt auswachsen.

Kommentar von AZ-Redakteur Marco Hertzfeld
Ein Baum bleibt ein Baum / Probleme dürften eher wachsen:
Die Testphase scheint ganz ordentlich verlaufen, die Befürworter einer veränderten Laubentsorgung dürften zufrieden sein. Doch noch sind längst nicht alle Fragen beantwortet. Und bitte: Schon dieser erste Test soll im Fachamt in erheblichem Maße Personal gebunden haben. Dass schon der nächste Containerherbst deutlich mehr Probleme beschert, kann niemand ausschließen. Eine regelrechte Beschwerdestelle könnte notwendig sein. Weil die Disziplin beim Menschen auch schnell wieder einmal nachlässt, könnte vieles im Großbehälter landen, was dort nicht hineingehört. Das kostet zusätzlich. Und wer soll das überhaupt alles kontrollieren? Der sogenannte Praxistest könnte sich zu einem Feigenblatt auswachsen.

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