Langfinger greifen öfter zu

Für Tankbetrug und Zulassungsverstöße: Nummernschilder sind begehrt in Stendal

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Nummernschilder sind begehrt und werden immer häufiger entwendet. Über die Feiertage sollte ein wachsames Auge darauf geworfen werden.

Stendal – In der Nacht zum Sonntag wurde das hintere Nummernschild eines Mercedes Viano im Hoock gestohlen.

Möglicherweise seien die Täter in einer Gruppe Jugendlicher zu suchen, die am Vortag von der Inhaberin des Autos, vom angrenzenden Grundstück verwiesen worden waren, vermeldet das Polizeirevier Stendal.

Meldungen wie diese werden von den Ordnungshütern immer wieder aufgenommen. Mehr Autokennzeichen werden geklaut als noch in den letzten zwei Jahren, teilt Polizeisprecher Dirk Marschneider auf AZ-Anfrage mit. Abgerissen, abgeschraubt oder einfach abgenommen, die Nummernschilder sind schnell entfernt. Im Vergleich zu den Vorjahren, sei die Tendenz leicht steigend. Abschließende Zahlen werde es bei Auswertung der Kriminalstatistik im März geben.

Die Polizei vermutet, dass mit den Schildern vor allem Tankbetrügereien und Zulassungsverstöße begangen werden. Dies könne auch mit der schlechteren wirtschaftlichen Lage für die Bevölkerung und steigenden Benzinpreisen zusammenhängen. Ein Fixieren der Kennzeichen sei nur schwer möglich. Es gibt Modelle mit der Möglichkeit der Befestigung der Kennzeichen an der Stoßstange. Allerdings werde auch dies keine zureichende Sicherheit vor einer unzulässigen Entfernung bringen, so die Pressestelle.

Präventiv werde gerade über die Feiertage angeraten, wenn das Auto nicht in einer Garage untergebracht werden kann, immer wieder nachzuschauen, ob die Schilder noch dran sind. Manchmal gehe die Kennzeichnung auch einfach verloren, weil sie abfalle. Etwa bei Fahrten durch schwieriges Gelände. Dies geschehe hin- und wieder, so der Pressesprecher. Soweit die Kennzeichen entwendet werden, fehlen sie aber, anders als in dem jüngst vermeldeten Fall, meist vorne und hinten. Dies sei ein eindeutiger Hinweis. Wenn festgestellt werde, dass die Nummernschilder entwendet wurden, sollte dies umgehend der Polizei gemeldet werden. Diese könne dann mit dem Fahndungssystem, bei Kennzeichenabgleich, den Dieb aus dem Verkehr ziehen und weitere Taten verhindern. Für den Anzeigenerstatter gebe es ein Schreiben, das an die Versicherung weiter geleitet werden könne. Das neue Nummernschild lässt sich so günstiger erstehen. Das entwendete bleibt zehn Jahre lang gesperrt. Bei Beantragung der neuen Tafeln werden dann neue Buchstaben vergeben.

VON SIMON GERSTNER

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