Allein in der Rolandstadt können 33 000 Stendaler am Sonntag ihre Kreuze machen

Lange Zettel für den Wahlmarathon

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René Hofmann vom Stendaler Kreiswahlbüro zeigt den 75 Zentimeter langen Stimmzettel für die Europawahl. Zusätzlich werden am Sonntag die Kommunalparlamente gewählt.

Stendal. Wer am kommenden Sonntag von seinem Wahlrecht Gebrauch macht, ist sich über den bürokratischen Umfang des Wahlapparates und den genauen Ablauf vielleicht noch gar nicht völlig bewusst.

Mehr als 33 000 Wahlberechtigte allein in Stendal können auf kreislicher, städtischer und europaweiter Ebene über die Zukunft mitentscheiden.

Jeder Stendaler, der zur Wahl berechtigt ist, hat für die Stimmvergabe im Vorfeld eine Benachrichtigungskarte erhalten, auf der der Wahlbezirk und der Wahlraum angegeben sind. 37 Wahllokale gibt es in der Hansestadt, 27 davon sind barrierefrei erreichbar, also durch Rampen oder Fahrstühle.

Beim Betreten des Wahllokals am Sonntag (8 bis 18 Uhr geöffnet) werden die Stimmzettel von den Wahlhelfern ausgehändigt. 296 dieser Ehrenamtlichen sind im Einsatz – acht pro Wahllokal. Für den Aufwand und die Mühen erhalten sie am Ende nach Auszählung der Stimmen das sogenannte Erfrischungsgeld.

Vier Stimmzettel

Für die beiden Wahlgänge gibt es insgesamt vier Stimmzettel: einen für die Europawahl und drei für die Kommunalwahlen. Um damit nicht durcheinander zu kommen, haben die Stimmzettel unterschiedliche Farben: hellgrau für Europa, grün für den Kreistag, gelb für den Stadtrat und rosa für die Ortschaftsräte.

Bei der Wahl für das europäische Parlament fällt vor allem die Größe des Stimmzettels auf: Dieser ist mit 75 Zentimetern Länge noch einmal ein ganzes Stück größer als 2009. Jeder Wähler hat nur eine Stimme, die er für eine Partei vergeben kann. Alle 28 EU-Mitgliedsstaaten schicken nationale Parteien ins Rennen, die sich zu Europaparteien vereinigen, wie zum Beispiel die Europäische Volkspartei, die für Deutschland von der CDU vertreten wird.

Kommunal drei Kreuze

Für die Kommunalwahl hat jeder Wähler drei Stimmen. Wenn aber wie am Sonntag mehrere Wahlen gleichzeitig stattfinden, etwa Stadtrats- und Kreistagswahl, so hat der Wähler bei jeder Wahl, für die er wahlberechtigt ist, drei Stimmen. Das heißt im Klartext: Ein Bürger der Stadt Stendal wählt mit drei Stimmen die Kandidaten für den Stadtrat und auf einem zweiten Stimmzettel mit drei Stimmen eine Vertretung für den Kreistag.

18 Ortschaftsräte

Dabei können die Stimmen einem einzigen Kandidaten, verschiedenen Kandidaten, einer Partei oder verschiedenen Kandidaten unterschiedlicher Parteien gegeben werden. Die Bewohner der 18 Ortschaften von Bindfelde bis Wittenmoor wählen zusätzlich ihren Ortschaftsrat und bekommen daher vier Stimmzettel. Es dürfen nicht mehr als drei Kreuze pro Stimmzettel gemacht werden, sonst ist dieser ungültig und die Stimme wird nicht gezählt.

Stadtrat: 104 Kandidaten

Der Stendaler Stadtrat wird 40 Mitglieder haben. 104 Bewerber gehen dafür ins Rennen. Neben den etablierten Parteien und Gruppierungen ist erstmals die Piratenpartei mit einem Kandidaten dabei. Für den neuen Kreistag bewerben sich aus dem Wahlbereich Stendal 71 Kandidaten. Auf die Ortschaftsräte entfallen insgesamt 107 Anwärter.

Briefwahl möglich

Wer sich den Gang zur Wahlurne ersparen will, muss einen Wahlschein zur Briefwahl beantragen. Die persönliche Briefwahl im Rathaus ist noch bis Freitag, 23. Mai, möglich.

Im Landkreis Stendal werden am 25. Mai weiterhin die Verbandsgemeinderäte für das Elbe-Havel-Land und Seehausen sowie die Räte der Städte und Gemeinden gewählt.

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