Landtagswahl: Ergebnisliste vor Besuchern tabu

Stendals öffentliche Leinwand bleibt leer

Stendals Kreiswahlleiter blickt auf die Muster der Wahlzettel.
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Bastian Sieler trotzt im Hof des Landratsamtes für ein AZ-Foto dem Wind und der Sonne. Am Sonntag haben sein Team und er die Landtagswahl vor der Brust. Der Kreiswahlleiter zeigt Muster der Stimmzettel.
  • Marco Hertzfeld
    vonMarco Hertzfeld
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Die Landtagswahl am 6. Juni 2021 läuft unter Coronabedingungen ab. Längst hat sich abgezeichnet: Die Zahl der Briefwähler wird deutlich höher liegen als sonst. Der Landkreis Stendal reagiert und hat die Zahl der Helfer erhöht. Stendals Kreiswahlleiter zeigt sich für Sonntag gerüstet.

Stendal – Der Countdown läuft. Am Sonntag wird der Landtag Sachsen-Anhalts neu gewählt. Stendals Kreiswahlleiter Bastian Sieler und sein Team arbeiten seit Wochen darauf hin. Corona und noch vorhandene Beschränkungen machen diesen Urnengang noch einmal besonders. Und nun steht endgültig fest: Eine öffentliche und bei interessierten Bürger schon fast gewohnte Leinwand-Präsentation der Wahlergebnisse im Landratsamt an der Hospitalstraße kann es wegen der Pandemie nicht geben. Zusammenkünfte dieser Art seien mit dem Blick auf die aktuelle Eindämmungsverordnung mindestens bis 13. Juni schlichtweg untersagt. Daran änderten auch die jüngsten Lockerungen in bestimmten Bereichen nichts. Kurzum: „Eine Präsentation mit Besuchern ist infektionsschutzrechtlich verboten.“

Auszählung zeitgleich nach 18 Uhr

Die Zahl der Briefwähler hat sich in der Einheitsgemeinde Stendal und anderen Kommunen mindestens verdoppelt. Was das für die weitere Arbeit bedeutet, wird sich zeigen. Die Briefwahlstimmen werden beim Landkreis ausgezählt, die Ergebnisse der Urnenwahlbezirke laufen im Landratsamt ein. Ausgezählt werden darf alles erst nach Ende der Wahlzeit. Sieler dazu weiter: „Die Ergebnisfeststellung beginnt in den Urnen- und Briefwahlbezirken somit zeitgleich ab 18 Uhr. Um die Wählerstimmen ohne zeitlichen Verzug auszuzählen, wird die Zahl der Briefwahlvorstände erhöht. Dies erfordert den Einsatz zusätzlicher Wahlhelfer.“

Endresultat vielleicht erst am Montag

Der Landkreis rüstet personell auf. 91 ehrenamtliche Helfer werden eingesetzt, bei der Landtagswahl 2016 waren es 55. Dazu kommen zwölf hauptamtliche Mitarbeiter, vor fünf Jahren sind es sieben gewesen. Eine Wahl unter Bedingungen einer Pandemie ist für alle im Land neu. Inwieweit sich das weiter niederschlägt, bleibt abzuwarten. Der Kreiswahlleiter rechnet mit dem vorläufigen Ergebnis für circa zwischen 22 und 23 Uhr. Da es aber immer zu nicht vorhersehbaren Verzögerungen beim Auszählen der Stimmen für das Landesparlament kommen könne, könnte das Ergebnis in den Wahlkreisen 3 und 4 unter Umständen auch erst am Montag feststehen.

Team Sieler aufgerüstet

Sieler ist für die Wahlkreise 3 (Havelberg-Osterburg) und 4 (Stendal) zuständig. Für den Wahlkreis 5 (Genthin) mit Tangermünde und Tangerhütte zeichnet ein Kollege im Nachbarlandkreis Jerichower Land verantwortlich. Jeder Wahlberechtigte hat zwei Stimmen. Durch das erste Kreuz wird ein Direktkandidat des Wahlkreises (jeweils acht Bewerber in 3 und 4) auserkoren, mit dem zweiten eine Partei. Der Landkreis will am Wahlabend im Internet, wie von vorangegangenen Abstimmungen gewohnt, die eingehenden Ergebnisse veröffentlichen. Für Interessierte, die quasi live dabei sein möchte: www.landkreis-stendal.de. Und wer Zahlen sowieso mag, Sieler hat gestern auf Zeitungsnachfrage prompt und souverän zwei wichtige aktuelle Kenndaten nachgeliefert: Im Bereich Havelberg-Osterburg gibt es 36.290 Wahlberechtigte, im Bereich Stendal 37.900.

Landkreis speist Internetseite

Für den Besuch eines Lokals zwischen 8 und 18 Uhr weist der Stendaler Kreiswahlleiter schon einmal auf Hygienevorschriften hin. Da die Gemeinden für die allgemeinen Hygieneregeln zuständig sind, existiert für jedes Lokal ein gesondertes Konzept. Für alle gilt am Sonntag unter anderem Folgendes: Mindestabstand von eineinhalb Metern, Maskenpflicht, Desinfektion der Hände, Mitnahme eines eigenen Stifts (Empfehlung), Begrenzung der Personenzahl im Gebäude und Erfassung der Besuchszeit zur möglichen Kontaktnachverfolgung. Und natürlich dürfen Personen mit typischen Coronasymptomen nicht in ein Wahllokal.

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