Wulfänger (CDU) verteidigt kommunalen Breitband-Zweckverband gegen aufkommende Zweifel

Landrat will den Schalter umlegen

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Dem Glasfaserkabel soll die Zukunft gehören.

Stendal / Osterburg. „Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass unsere Philosophie die richtige ist“, verteidigt Carsten Wulfänger den kommunalen Zweckverband „Breitband“ gegen wachsende Zweifel.

Haushalten in der Altmark soll flächendeckend schnelles Internet über Glasfaserkabel angeboten werden. „Wir reden hier über mehr als 100 Megabit pro Sekunde bis in den Gigabitbereich hinein. “ Der erste Cluster (Sektor) sei inzwischen ausschreibungsreif. Dass momentan so mancher andere Anbieter unterwegs ist und intensiv um Kunden wirbt, sei ihm natürlich bekannt. „Doch was ist das? Mittelschnelles Internet?“, fragt der Landrat spitz.

Der erste Cluster umfasst nicht zuletzt Arneburg und Umgebung und soll Ende 2016 fertig gebaut sein. Der Sektor Arendsee und Teile der Altmärkischen Höhe schließt sich an, und danach folgen Tangermünde und Tangerhütte. Für weitere Cluster läuft die Planung. „Wir denken bereits an die nächsten fünf bis zehn Jahre und darüber hinaus. Die Entwicklung verläuft rasant. Das ist mit herkömmlichen Kupferleitungen nicht zu schaffen. Wir setzen auf Glasfaser. Etwas Schnelleres als Lichtleiter gibt es doch einfach nicht“, so Wulfänger im Gespräch mit der AZ.

Eine XL-Datenautobahn sei mindestens genauso wichtig wie die verlängerte A 14 durch die Altmark. Der Christdemokrat: „Wir müssen bei beiden entscheidend vorankommen.“ Erst kürzlich sei ein großes Planungsbüro nicht in einen kleinen Ort in der Ostaltmark gewechselt, weil es dort kein schnelles Internet gebe, das für die Arbeit mit umfangreichem Kartenmaterial nun einmal nötig sei. „Der Unternehmer wollte zurück in seine Heimat kommen, doch nun arbeitet er in einem Dorf bei Hamburg. Es muss sich einfach etwas tun.“

Osterburg hat den Schalter bereits umgelegt. Die politische Spitze und ein Telekommunikationsunternehmen haben sich gefeiert, die Einheitsgemeinde sei die erste Kommune in ganz Sachsen-Anhalt, die komplett über schnelles Internet verfüge. Flächendeckend sind 50 MBit/s möglich, in der Kernstadt sogar bis zu 100 MBit/s. Die Einheitsgemeinde habe es bislang allein geschafft, sei und bleibe aber auch im Breitband-Zweckverband für die Altmark – aus Solidarität, wie Bürgermeister Nico Schulz (CDU) der AZ damals sagte.

Von Marco Hertzfeld

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