Mit Freude von Mekka bis Madeira

Landrat zum Start von „Vielfalt verbindet“: „Interkulturalität ist fester Bestandteil im Alltagsleben“

Die Islamische Gemeinde bietet am 3. Oktober zwei Führungen durch die Al Rahma Moschee an der Cranach-Straße an.
+
Die Islamische Gemeinde bietet am 3. Oktober zwei Führungen durch die Al Rahma Moschee an der Cranach-Straße an.
  • Antje Mahrhold
    VonAntje Mahrhold
    schließen

Stendal. „Viele Menschen aus anderen Ländern leben heute im Landkreis“, freut sich Stendals Landrat über sechs Städte und Gemeinden, die mit mehr als 20 Aktionen und Projekten bei den Interkulturellen Wochen mitmachen.

In Zeiten von Globalisierung und Mobilität sei Interkulturalität fester Bestandteil im Alltagsleben, empfiehlt Carsten Wulfänger (CDU), „neugierig zu sein“ und „Freude zu erleben“.

Für das von Integrationskoordinatorin Stella Khalafyan, einer gebürtigen Armenierin, konzipierte Programm bilden zwei religiöse Orte Anfang und Ende der seit Jahren üblichen Veranstaltungsreihe, die am 10. September mit einem Familiengottesdienst in der Stendaler Marienkirche beginnt und am 3. Oktober erstmals mit einem Tag der offenen Moschee bei Stendals Islamischer Gemeinde am Rande von Stadtsee ihr Finale findet.

Dann wollen die Hausherren um Vorsitzenden Mohamed Msaik in der Al-Rahma- Moschee, wo am Wochenende mit Kebab-Stand, Hüpfburgen und vielen Nachbarn das islamische Opferfest (Eid al-Adha) gefeiert wurde, mit Führungen (9.30 und 14 Uhr) „Einblicke in ihre Arbeit“ geben. Interessierten haben dann auch Gelegenheit, die Gebetsnische zu sehen, die mit 134,64 Grad auf die Gebetsrichtung „Quibla“ gen Mekka zeigt. In dem Gebäude an der Lucas-Cranach-Straße gibt es ab 10 Uhr den Vortrag „Heirat im Islam“.

Auch Klädens Pfarrer Stefan Kemper-Kohlhaase bringt sich in das Geschehen ein, wenn er am 28. September in Tangermünde über „Zwölf Jahre in Norwegen“ berichtet. Die Stendaler Migranten-Initiative, die bereits seit fast zehn Jahren in der Rolandstadt wirkt, organisiert am 29. September im Stendaler Jugend-Freizeit-Zentrum „Mitte“ einen „Indischen Kochabend“, und Renate Mollenhauer stellt inklusive eines Schlückchens der regionalen Spezialität Poncho am 26. September in Tangerhütte mit Madeira als Insel des ewigen Frühlings „Portugals immergrünes Juwel im Atlantik“ vor. Es gibt ein „Interkulturelles Frauencafé“ (28. September), das Kinder- und Familienfest neben dem Tiergarten als offiziellen Auftakt am 16. September, am 26. September ein mit Eltern organisiertes interkulturelles Frühstück in der Grundschule „Juri Gagarin“, ein Begegnungstreffen der internationalen Klasse der Komarow-Sekundarschule im Mad-Club sowie einen internationalen Mittagstisch in der Sprachschule an der Hallstraße. Neben dem Auftritt von Johanniter-Krankenpflegeschülern mit dem Stück „Theas Reise“ am 26. September im Theater der Altmark und der Theatergruppe „Radikanten und Meer“ am 17. September in der Kleinen Markthalle sticht das Angebot der Bürgerinitiative „Bergfest“ aus Seehausen hervor. Die Wischestädter organisieren die Vorführung eines DDR-Films, der 1980 in und um Seehausen gedreht wurde. „Jadup und Boel“ gilt als der letzte Film, der vom Honecker-Regime verboten wurde, weil er als zu kontrovers eingeschätzt wurde. In der Seehäuser Gemeinschaftsschule „J. J. Winckelmann“ können sich Interessierte am 22. September davon überzeugen, warum der Film dank Glasnost und Perestroika dann 1988 in Karl-Marx-Stadt doch DDR-Premiere hatte.

Von Antje Mahrhold

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare