Bankangestellte aus England zieht es in die Altmark / 17-jähriger Thüringer will Landwirt werden

Landlust lockt Jugend in die Wische

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Franz Roefke aus Thüringen absolviert auf dem Biolandhof Dihlmann in Busch sein Freiwilliges Ökologisches Jahr. Danach will der 17-Jährige in Kassel Agrarwirtschaft studieren.

Busch. „Ich möchte in Kassel Landwirtschaft studieren“, sagt Franz Roefke der AZ.

Der 17-Jährige ist bei der historischen Bio-Weizenernte auf dem Feld bei Busch mit vollem Eifer dabei, als gut zwei Dutzend Helfer die materielle Grundlage für das Weltrekorddreschen beim Grünen Wochenende am 13.  September in Iden legen (AZ berichtete).

Roefke absolviert derzeit sein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) auf dem Biolandhof Dihlmann im Idener Ortsteil Busch. Der 17-Jährige stammt aus Thüringen und hat anders als viele seiner Altersgenossen bereits eine sehr konkrete Vorstellung, welchen Beruf er ergreifen will. Seit einer Woche lässt sich der Thüringer von der Schönheit der Wische inspirieren. „Alte Landtechnik kennt man ja nur aus dem Bilderbuch, hier aber habe ich die Gelegenheit, alles live zu erleben“, schwärmt Roefke vom Erlebnis, Teil einer historischen Ernte zu sein.

In Benny Becker aus Groß Ellingen hat der angehende Landwirt bereits einen engagierten Mitstreiter. Denn der 13-Jährige ist ebenso wie der Buscher FÖJler massiv an alter Landtechnik interessiert. „Ich möchte später einen landwirtschaftlichen Beruf erlernen“, sagt Becker der AZ.

Kemberli Taylor aus Liverpool will nicht mehr als Bankkauffrau in England arbeiten. Sie sieht ihre Zukunft auf dem Land.

Mit von der Partie und mit Strohhut und Sonnenbrille bestens ausstaffiert ist bei dem Treiben auf dem Weizenfeld auch einen junge Engländerin. Kemberli Taylor stammt aus Liverpool. Die junge Frau hat Verwandte in der Altmark. So kam auch der Kontakt zu den Organisatoren der zünftigen Ernte mit Lanz Bulldog anno 1939 und einem Mähbinder Baujahr 1952 zustande. Die Liverpoolerin möchte künftig nicht mehr als Bankkauffrau im Büro in England arbeiten, erzählt sie der AZ. Denn die junge Dame ziehe es nach Deutschland, wo sie ihre Zukunft in der Landwirtschaft gestalten will.

Von dem Treiben auf dem Feld fühlte sich aber auch die lebenserfahrene Generation angezogen. Ältester Teilnehmer war Erwin Moser. Der rüstige 80-Jährige kennt sich aufgrund seines Alters mit historischer Erntetechnik gut aus, da er die Gerätschaften bereits aus seiner Kinderzeit kennt und mit dem Bulldog und seinen Kollegen lange Jahre selbst auf den Feldern gearbeitet hat. Wie schweißtreibend die Arbeit anno dazumal war, demonstrierten die Mitglieder des Oldtimerstammtischs Calberwisch Gaby Fischer, Guido Schulz, Ralf Beckmann, Hannelore Guse, Kathrin Guse, Horst Guse, Frank Guse, Sebastian Guse und Ines Becker.

Von Antje Mahrhold

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