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Landkreis Stendal: Werdende Eltern sorgen sich ums Geld

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Von: Stefan Hartmann

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Zahlreiche Menschen sind bei einer Messe im Stendaler Landratsamt.
Schon in den ersten Minuten der Sozialmesse im Landratsamt an der Hospitalstraße in Stendal sind zahlreiche Interessierte eingetroffen, um sich zu informieren. © Hartmann, Stefan

Eltern werden, bringt viele Fragen mit sich, die geklärt werden müssen. Hilfe gab es bei einer Sozialmesse im Landratsamt. Oft geht es auch ums Geld.

Stendal – Plötzlich geht es schneller als gedacht: Geplant oder ungeplant steht eine Schwangerschaft im Raum und viele Fragen müssen geklärt werden. Zumindest einen Teil der Antworten sollten sie auf der neuen Sozialmesse „Der Storch im Landkreis“ finden. Zahlreiche Vereine, Behörden und Organisationen stellten ihre Stände auf dem „Markt der Möglichkeiten“ auf.

Die werdenden Eltern Laura und Michael aus Tangerhütte sind mit einem klaren Plan ins Stendaler Landratsamt gekommen. Sie haben noch zwölf Wochen bis zur geplanten Geburt ihres Nachwuchses und wollen wissen, wie ihre finanzielle Lage aussehen wird. Eigentlich macht Laura derzeit eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau – die sie wegen der Schwangerschaft unterbrechen musste. Das führt sie nicht nur zu der Frage, wie viel Kinder- und Elterngeld sie in den kommenden Monaten erwarten kann. Auch ihre Ausbildung soll nicht auf der Strecke bleiben: „Wie geht es weiter? Wann kann ich wieder einsteigen?“, würde sie gerne wissen. Aber auch, wie sie Familie und Beruf unter einen Hut kriegen kann. Ob und welche Teilzeitmöglichkeiten zur Verfügung stehen und gleichzeitig eine Ausbildung ermöglichen.

Andrea Haberkorn hat ihre acht Monate alte Tochter Klara bereits auf dem Arm. Für sie ist die Messe eine Gelegenheit, sich allgemein zu informieren, aber auch Kontakt zu anderen Eltern zu knüpfen. Mit der Geburt eines Kindes verschieben sich nicht nur die eigenen Prioritäten. Gute Freunde finden dann vielleicht nicht mehr die Zeit füreinander. Um keine zwölf Monate alleine zu sein, möchte Haberkorn die Messe erkunden.

Eine mögliche Mitstreiterin hat sie direkt als Begleiterin mitgebracht. Relana Jeding erwartet ihren Nachwuchs im Januar. „Ich habe schon zwei“, erklärt sie auf AZ-Nachfrage. Ihr Jüngster ist mittlerweile sieben – Erfahrungen mit der Mutterschaft hat sie demnach. Aber genau deshalb wolle sie die Messe nutzen, um ihr Wissen noch einmal aufzufrischen. Was muss wie, wann und wo beantragt werden? Welche Regelungen haben sich in den vergangenen sieben Jahren geändert?

Genau bei Fragen wie diesen soll die Messe, die in ähnlicher Form auch in Magdeburg stattfand, den Eltern und werdenden Eltern eine Orientierungsmöglichkeit bieten, sagt Tina Schulze, Netzwerkkoordinatorin für Frühe Hilfen, auf AZ-Nachfrage. Kurzzeitig habe die Hoffnung bestanden, dass die Messe in allen Landkreisen in Sachsen-Anhalt gleichzeitig stattfinden könnte. Das habe jedoch bedauerlicherweise nicht geklappt.

So habe allerdings die Stendaler Kreisverwaltung versuchen können ein Zeichen zu setzen. „Der Landkreis möchte etwas für junge Eltern und Kinder tun und das auch präsentieren“, erklärt Jugendamtsleiterin Kathrin Müller, die den Landrat Patrick Puhlmann beim Grußwort vertritt. Passenderweise befindet er sich aktuell in Elternzeit.

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