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Landkreis Stendal: Waldbrände halten Feuerwehren auf Trab

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Von: Stefan Hartmann

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Ein von der Glut halb zerfressener Baumstamm steht in einem dunklen von Rauchschwaden durchzogenen Wald.
Zahlreiche Bäume fallen den Flammen zum Opfer. Auch wenn die lodernden Flammen bereits weitergezogen sind, ist die Glut noch nicht erloschen. © Hartmann, Stefan

Feuerwehren aus dem gesamten Kreisgebiet kämpfen gegen die Waldbrände bei Hohengöhren. Die Flammen sind eingedämmt, können aber wieder auflodern. 

Hohengöhren / Stendal – Zahlreiche Feuerwehrleute aus dem gesamten Landkreis kommen nicht zur Ruhe: Nur wenige Stunden vorher hatte der Landkreis die höchste Waldbrandstufe ausgerufen, da gingen schon die Pieper los. Gebrannt hat ein Waldstück bei Hohengöhren. Während die Ausbreitung des Feuers noch am Abend eingedämmt werden konnte, waren die Brandschützer auch am Freitag noch vor Ort, um Glutnester aufzuspüren.

Es sei die richtige Entscheidung gewesen, sofort und schnell zu alarmieren, sagt Kreisbrandmeister Ringhard Friedrich am späten Donnerstagabend. So hätten die Brände relativ schnell eingedämmt werden können und die Einsatzkräfte damit eine gewisse Verschnaufpause erhalten. Ganz konnte der Plan Friedrichs jedoch nicht aufgehen: Es bestand die Hoffnung, erst am frühen Freitagmorgen wieder verstärkt löschen zu müssen, damit die Feuerwehrleute ein wenig Schlaf bekommen müssen. Ein zusätzlicher Waldbrand bei Mahlitz musste jedoch in den Nachtstunden ebenfalls bekämpft werden. Nach Stand von Freitagnachmittag werden die Einsatzkräfte noch mindestens bis zum Abend beschäftigt sein.

Neben den zahlreichen Einsätzen der vergangenen Tage und Wochen zehrt auch die Lage vor Ort an den Kräften der Feuerwehrleute. In der unmittelbaren Nähe befindet sich nur ein Löschbrunnen, dessen Wasser aber nicht zum Löschen der rund zehn Hektar großen Brandfläche ausreicht. Deshalb waren neben den Feuerwehrfahrzeugen auch Landwirte im Pendelverkehr unterwegs, um die Wasserversorgung sicherzustellen. Besorgt zeigten sich Landrat Patrick Puhlmann und der Kreisbrandmeister auch wegen möglicher Munition, die im Waldboden liegen könnte. Zwar handele es sich nicht um ein direktes Risikogebiet, aber unüblich seien Funde in der Umgebung auch nicht.

Der Landrat sprach noch am Donnerstagabend vor Ort den Einsatzkräften seinen Dank aus. Ohne die freiwillige Leistung zahlreicher Menschen aus Landkreis, die sich neben ihrem Beruf und Privatleben auch noch für die Sicherheit ihrer Mitbürger einsetzen, hätte der Brand sich viel weiter ausbreiten können. Schuld ist daran unter anderem die große Trockenheit. So hatte es teilweise nicht nur auf dem Waldboden gebrannt – auch die Baumkronen waren teilweise völlig in Flammen aufgegangen. Insgesamt waren 45 Feuerwehren mit 87 Fahrzeugen und rund 450 Einsatzkräften vor Ort. Hilfe kam zusätzlich von Polizei, Bundeswehr, dem Technischen Hilfswerk sowie Forst- und Landwirten. Die Johanniter-Unfallhilfe war ebenfalls vor Ort und versorgte die Einsatzkräfte vor Ort mit Verpflegung.

Bislang wird von einem technischen Defekt an einer landwirtschaftlichen Maschine als Auslöser für den Brand ausgegangen. Bestätigt ist das jedoch noch nicht.

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