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Landkreis Stendal sucht Sprachmittler für Ukraine-Flüchtlinge

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Von: Stefan Hartmann

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Die Sporthalle des Berufsschuldzentrums in Stendal.
Die Sporthalle des Berufsschulzentrums Stendal wird immer häufiger in Notlagen und immer weniger für den Sport genutzt. © Hartmann, Stefan

Nachdem der Landkreis am Montag schon einen Aufnahmestopp für Sachspenden in Osterburg verkündete, ist nun auch das Lager in Stendal überfüllt. Spenden können damit aktuell nur noch in Tangerhütte abgegeben werden.

Stendal – Auch an anderer Stelle zeichnet sich eine Überbelegung ab: Die Erstaufnahmeeinrichtung an der Bahnhofsstraße hat ihre Kapazität erreicht. 100 Personen seien in dieser derzeit untergebracht, erklärt Landrat Patrick Puhlmann (SPD) bei einer Pressekonferenz am frühen Mittwochnachmittag. Insgesamt 349 Personen aus der Ukraine seien bislang über das Meldeformular auf der Homepage des Landkreises gemeldet worden. Damit sei der Zenit der Erstinformation bereits überschritten: Noch kürzlich hieß es, dass der Landkreis mit rund 600 Flüchtlingen rechnen muss, führt Puhlmann weiter aus. Nun sehe es so aus, als würde diese Zahl nicht nur erreicht, sondern auch überschritten werden. Um weitere Personen aufnehmen zu können, wird seit gestern deshalb die Sporthalle des Berufschulzentrums zu einer weiteren Notunterkunft ausgebaut.

Derzeit werde damit gerechnet, dass jeweils im 48 Stunden Rhythmus weitere 50 Geflüchtete aus der Ukraine eintreffen werden. Um diese Zahlen stemmen zu können, müssten die bereitgestellten Wohnungen einzugsbereit gemacht werden. Dazu gehöre es vor allem, eine Grundausstattung beispielsweise aus Möbeln und angeschlossenem Herd vorhalten zu können. Wohnraum so vorzubereiten, benötige Zeit, weshalb sich die Spendensammelstellen nicht so schnell leerten, wie sie aufgefüllt werden können. Voraussichtlich bis Mittwoch, 23. März, soll die Stendaler Sammelstelle jedoch wieder soweit geleert sein, dass weitere Annahmen möglich sind. Voraussichtlich, so Puhlmann, werde sie dann nicht mehr täglich sondern montags, mittwochs und freitags zur Annahme geöffnet werden.

Jederzeit möglich ist jedoch das Spenden von immateriellen Gütern wie Zeit, Kraft und Wissen. In drei Säulen würde die ehrenamtliche Unterstützung derzeit eingeteilt, erklärt Integrationskoordinatorin Maria-Alexandra Jonas. Von besonderer Bedeutung seien dabei Sprachmittler. Derzeit werde nach Menschen gesucht, die beim Übersetzen von Ukrainisch oder Russisch helfen können. Fließende Sprachkenntnisse seien dabei wünschenswert, auch wenn nicht ausgeschlossen werden könne, dass in späteren Zeiten der Krise auch weniger ausgereifte Übersetzungskünste hilfreich werden können.

Ebenfalls gesucht werde körperliche Einsatzbereitschaft, wie sie beispielsweise bei den Spendensammelstellen notwendig war und ist. Auch künftig werde es für diese Personen Aufgaben geben. Die letzte Säule wird unter sozialer Hilfe zusammengefasst. In diesem Bereich werden sämtliche Angebote in der Freiwilligen-Agentur Altmark gesammelt und koordiniert. Wer sich dazu in der Lage fühlt und die Geflüchteten ehrenamtlich unterstützen will, kann sich bei der Freiwilligen-Agentur Altmark oder beim Ukraine-Bürgertelefon des Landkreises unter Tel. (03931) 607171 melden.

Mittlerweile sei nach den Krisenstäben Corona und Afrikanische Schweinepest nun der dritte im Landkreis aktiv, erinnert Puhlmann. Die Unterbringung Geflüchter habe derzeit Priorität und binde auch Personal, das eigentlich andere Aufgaben zu erldigen hat. Für die derzeitigen Wartezeiten bei der Bearbeitung von Anträgen bat er um Geduld.

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