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Landkreis Stendal spürt den Klimawandel

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Von: Stefan Hartmann

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Ein Graph zeigt die Menge der klimatologichen „Heißen Tage“ jährlich von 1992 bis 2021.
Große Schwankungen und ein klarer Trend: Im Verlauf der vergangenen 30 Jahre hat die Zahl der klimatologischen „Heißen Tage“ deutlich zugenommen. © Hartmann, Stefan / Landkreis Stendal

Dass der Sommer immer länger wird, ist nicht nur ein Gefühl: Im Landkreis Stendal ist die Entwicklung messbar. Seit 1992 ist die Zahl der klimatologisch „Heißen Tage“ von neun auf 15 angestiegen. Eisiges Wetter hingegen wird seltener.

Stendal – Das Wetter macht dem Landkreis Stendal zu schaffen. Aber nicht nur das: Auch klimatisch geht es bergab oder bergauf – je nachdem, welches Diagramm im kürzlich veröffentlichten Regionalmonitor des Landkreises betrachtet wird. Relativ kurzzeitige Beobachtungen, was auch mehrere Jahre einschließen kann, können noch als Wetter zählen. Ab 30 Jahren müsse man jedoch von Klima reden, erklärt Dirk Michaelis, vom Bauordnungsamt des Landkreises Stendal, bei der Vorstellung des Dokuments.

Genau dieser Zeitrahmen wird unter anderem bei den sogenannten klimatologischen Kenntagen dargestellt. Während die Eis- und Frosttage, an denen das Maximum beziehungsweise Minimum der Lufttemperatur unter dem Gefrierpunkt liegt, beständig zurückgehen, wird es immer wärmer. Heiße Tage, gekennzeichnet von einem Lufttemperatur-Maximum von über 30 Grad und auch Sommertage, Maximum von über 25 Grad, nehmen zu. Der direkte Vergleich einzelner Jahresdaten kann dabei täuschen. So ist die durchschnittliche Zahl der heißen Tage, also derer, an denen über 30 Grad Celsius gemessen wurden, seit 1992 von neun auf 15 in 2021 gestiegen. Aber exakt diese Jahresdaten widersprechen sich. 1992 war ein warmes Jahr mit 14 heißen Tagen und 2021 gab es nur neun. Ähnliche Trends zeigen sich aber auch in den anderen Kennwerten. Die durchschnittliche Zahl der Sommertage stieg in derselben Zeit von 40 auf 52, während Eistage von knapp über 20 auf knapp über zehn sanken. Die Frosttage fielen von rund 90 auf knapp 70.

Die steigende Zahl von heißen oder Sommertagen wirkt sich auch auf die Betroffenheitsanalyse des Bundesverkehrsministeriums aus. Dieser zur Folge müsse mit steigender Waldbrandgefahr und zunehmenden Schwankungen des Grundwasserspiegels gerechnet werden. Hinzu komme eine wiederkehrende Hochwassergefahr wegen der großen Nähe zur Elbe mit Flusshochwässern, Starkregenereignissen und Sturzfluten.

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