„Ein Schritt in Richtung Moderne und Zukunft“ / Ein System für gesamten Landkreis

Landkreis Stendal: Online-Anmeldeportal für Kita und Hort wird Sonntag freigeschaltet

Sachgebietsleiter Steffen Tank (von links), Sachbearbeiterin Nicole Wilde, Landrat Patrick Puhlmann (SPD) und Jugendamtsleiterin Kathrin Müller.
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Stellen gemeinsam das neue Elternportal im Landkreis Stendal vor: Sachgebietsleiter Steffen Tank (von links), Sachbearbeiterin Nicole Wilde, Landrat Patrick Puhlmann (SPD) und Jugendamtsleiterin Kathrin Müller.
  • Stefan Hartmann
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Ein System für den gesamten Landkreis: Ab Sonntag können Eltern und Erziehungsberechtigte die Anmeldung ihrer Schützlinge für Hort und Kita ganz einfach über das Internet erledigen.

Stendal – Acht bis zehn Jahre war das Vorhaben zur digitalen Betreuungsplatzvergabe im Landkreis Stendal in der Mache und am Sonntag, 1. August, geht es los: Das neue „Kivan“-Portal wird freigeschaltet. Es soll Eltern und Erziehungsberechtigten dabei helfen, möglichst schnell und unkompliziert einen Kita- oder Hortplatz für ihre Schützlinge zu finden. Aber auch der Landkreis selbst will davon profitieren.

Bisher war es immer ein kleiner Akt, alle Listen, die angelegt wurden, auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. In Zukunft soll das System – Stichwort Digitalisierung – ganz von alleine feststellen, welche der Anmeldungen zum Erfolg geführt hat und somit ein Kind von einer anderen Warteliste gestrichen werden kann.

Funktionieren soll das alles denkbar einfach, wie Nicole Wilde, Sachbearbeiterin Kindertagesbetreuung im Landkreis Stendal, mit einigen Mausklicks demonstriert. Interessierte besuchen die bekannte Homepage des Landkreises unter www.landkreis-stendal.de und wählen aus den Kacheln rechts den Punkt „Elternportal“ aus. Heute findet sich darunter noch eine Ankündigung. Aber ab Sonntag sehen Besucher dann die Startseite von „Kivan“ (Kindertagesstättenverwaltungsanwendung). Zur Anmeldung wird im ersten Schritt nur eine E-Mail-Adresse benötigt. Mit einem festgelegten Passwort wird ein Account daraus. Bei der Bedarfsanmeldung für einen Platz muss es aber konkreter werden. Jede Anfrage wird mit den Amtsdaten abgeglichen. So wird verhindert, dass keine Spam-Anmeldungen das System verstopfen. 111 Treffer gibt die Webseite als Betreuungsmöglichkeiten im Landkreis Stendal aus. Erst mit dem Auswählen von verschiedenen Filtern, wie beispielsweise der Gemeinde, eine Konfession, Barrierefreiheit oder dem pädagogischen Ansatz wird die Zahl kleiner.

„Es ist ein Portal für alle“, erklärt Steffen Tank, Sachgebietsleiter im Jugendamt. Sämtliche Landkreisbewohner können sich mit diesem über die Betreuungsmöglichkeiten informieren. Gerade für Menschen, die an Kommunengrenzen wohnen oder über diese hinaus zur Arbeit fahren, sei es so anwenderfreundlicher, als für jeden möglichen Ort ein anderes System benutzen zu müssen.

Langfristig soll es auch die einzige Möglichkeit im Landkreis sein, Betreuungsbedarf für Kinder anzumelden. Ziel sei es, dass es keine Papieranmeldungen mehr geben wird. Wann es so weit sein soll, stehe jedoch noch nicht fest. Es hänge auch davon ab, wie gut das Portal angenommen werde, stellt Landrat Patrick Puhlmann (SPD) fest. Der Antrag per Papier sei nicht mehr zeitgemäß und der Landkreis gehe mit dem Onlineportal „einen Schritt in Richtung Moderne und Zukunft“. Personen, die zunächst noch den analogen Weg wählen möchten, werden aber unterstützt, stellt Kreisjugendamtsleiterin Kathrin Müller ebenso fest.

Wie bei jedem neu eingeführten System werde es vermutlich noch einige Kinderkrankheiten geben, erklärt Puhlmann. Dafür wolle er die Bürger im Vorfeld um Entschuldigung bitten, hoffe aber ebenso, dass diese Entschuldigung nicht notwendig sein werde. Ein gewisses Potenzial für Verbesserungen gebe es jedoch. Das Kivan-System biete viele Möglichkeiten, auf die eigenen Bedürfnisse angepasst zu werden. So könnten die teilnehmenden Einrichtungen darüber auch direkt ihre Abrechnungen erledigen. Ob sie die dafür notwendigen Module nutzen wollen, stehe ihnen jedoch offen. Auch die Barrierefreiheit könne noch verbessert werden. Im Fokus habe zunächst gestanden, das System zum Laufen zu bringen. Aber Vorlesefunktionen, leichte Sprache und auch das Anbieten einer zweiten Sprache sei angedacht, erklärt Tank auf AZ-Nachfrage.

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