Derzeit kein Bedarf für Impfzentrum

Landkreis Stendal: Mobiles Impfteam reicht aktuell aus

Das mobile Impfteam im Einsatz.
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Das mobile Impfteam ist seit Anfang Oktober vermehrt im Landkreis Stendal unterwegs, um die interessierten Bürger vor Ort mit Impfstoff zu versorgen.
  • Stefan Hartmann
    VonStefan Hartmann
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Die Tore des Stendal Impfzentrums bleiben trotz Ankündigung zur Kostenübernahme geschlossen. Das mobile Impfteam ist momentan für den Bedarf an Impfungen im Landkreis ausreichend, heißt es aus dem Büro des Landrates.

Stendal – Die erneute finanzielle Unterstützung beim Betrieb von Impfzentren hat die Ministerpräsidenten-Konferenz am Donnerstag zugesagt. Aber finanzielle Fragen sind nicht alles, wie Angela Vogel aus dem Büro des Landrates auf AZ-Anfrage informiert. Für den Betrieb eines Impfzentrums gebe es – derzeit zumindest – einfach nicht den Bedarf. „Wir sind gut unterwegs mit den mobilen Impfangeboten“, sagt Vogel. Das gelte auch, wenn an einem Vormittag mal eine große Menge Menschen auf dem Stendaler Marktplatz zu sehen war, bedeute das nicht, dass die Aktion überlaufen wurde. „Es waren einfach alle um 8 Uhr da“, erklärt die Kreissprecherin. Später habe sich die Situation deutlich beruhigt. An diesem Tag wurden 592 Spritzen gesetzt. Darunter waren 118 Erstimpfungen. Zwischen zwölf und 17 Jahren alt waren elf Interessierte.

Genau das war auch die Lage vor Schließung des Impfzentrums. „Man muss wirklich gucken: Bringt das was?“, stellt Vogel fest. Es sei schließlich niemandem geholfen, wenn ein Impfzentrum eröffnet wird, in dem die Beschäftigten dann überwiegend herumsitzen. „Sollte es sich jetzt ergeben, dass alle sagen ‘Jetzt lasse ich mich impfen’, wenn wir merken, dass es vorangeht, dann müssen wir natürlich gucken“, erklärt Vogel jedoch ebenfalls.

Eine Wiedereröffnung „light“ wie im Nachbarkreis Salzwedel mit regelmäßigen Impfmöglichkeiten in Salzwedel und Gardelegen sowie zusätzlichen dezentralen Angeboten, sei nicht geplant – sondern schon auf eine etwas andere Art Realität in Stendal. „Wir sind regelmäßig im Uppstall-Kino“, sagt Vogel. Das sei quasi der regelmäßige zentrale Anlaufpunkt und auch die einzige Impfmöglichkeit, die der Landkreis in der kommenden Woche anbietet. Nach Informationen des Landkreises ist das mobile Impfteam in der Woche vom 22. bis 28. November vorrangig in Pflege- und sozialen Einrichtungen im Landkreis unterwegs. Am Samstag, 27. November, gibt es jedoch von 8 bis 12.30 Uhr die Möglichkeit, sich im Stendaler Uppstall-Kino ohne Termin impfen zu lassen. In der Woche darauf werden wieder mehr öffentliche Termine angeboten.

Angeboten werden Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfungen nach den aktuell geltenden Vorgaben. Eingesetzt werden die Impfstoffe Biontech sowie Johnson und Johnson. Mitzubringen sind ein Personalausweis und die Krankenversicherungskarte wobei Letztere lediglich den Anmeldeprozess beschleunigt. Selbiges gilt für den Impfausweis: Wer ihn vorlegt, erhält direkt im Anschluss einen Eintrag. Alternativ wird eine Ersatzbescheinigung ausgestellt. Kinder im Alter von 12 bis 18 Jahren müssen in Begleitung eines Erziehungsberechtigten erscheinen.

Wer seinen Impfnachweis verloren hat, kann mit dem mobilen Impfteam unter Tel. (0152) 548 312 10 einen Termin vereinbaren. Die Bearbeitung ist jedoch nur möglich, wenn die vorangegangenen Impfungen im Stendaler Impfzentrum oder bei einem der dezentralen Einsätze des Impfteams erfolgte. Denn auf die Impfdaten von Hausärzten oder anderen Landkreisen hat das mobile Impfteam keinen Zugriff.

Mit Stand vom 18. November haben das Impfzentrum und das mobile Impfteam 39 397 Erstimpfungen, 36 791 Zweitimpfungen und 2909 Auffrischungsimpfungen vorgenommen. 3685 Impfungen fallen dabei auf die Zeit seit der Arbeitsaufnahme ab 5. Oktober diesen Jahres.

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