Erster Beigeordneter Sebastian Stoll: „Jeder bekommt einen Termin!“

Landkreis Stendal startet am 6. April mit dezentraler Impfaktion

Der Erste Beigeordnete des Landkreises Stendal, Sebastian Stoll, sitzt während einer Pressekonferenz an einem Tisch.
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In Vertretung für den erkrankten Landrat stellt der Erste Beigeordnete Sebastian Stoll die dezentrale Impfstrategie des Landkreises vor.
  • Stefan Hartmann
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Die dezentrale Impfaktion des Landkreises Stendal nimmt an Fahrt auf. Mit dem 6. April steht mittlerweile ein Startdatum. Wie Bürger über 80 Jahren über ihre Impfmöglichkeiten informiert werden obliegt den Gemeinden - und ist noch nicht abschließend geklärt.

Stendal – In etwas über einem Monat soll die dezentrale Impfaktion des Landkreises starten. Am 6. April können sich Bürger aus Tangermünde, die an diesem Tag mindestens 80 Jahre alt sind, eine Dosis des Biontech/Pfizer-Vakzins verabreichen lassen. In den folgenden Tagen und Wochen wird es weitere Angebote in den anderen Verbands- und Einheitsgemeinden des Landkreises geben. Gegen Ende des Monats, vom 21. bis 23. April, werden die Stendaler zum Zuge kommen.

Dass in Stendal zuletzt dezentral geimpft wird, liege daran, dass in der Gemeinde das größte Impfpotenzial liege, erklärte Sebastian Stoll, Erster Beigeordneter des Landkreises, der in Abwesenheit des erkrankten Landrates die Pressekonferenz leitete. Genaue Informationen, wie die Vergabe der Impftermine laufen werde, solle es am 15. März geben. Gesichert ist jedoch, dass sie ebenfalls dezentral und nicht über die Nummer 116 117 laufen wird, die aktuell für die Terminvergabe im Impfzentrum zur Verfügung steht. In diesem Fall hätten die jeweiligen Gemeinden es in der Hand, wie sie vorgehen wollen. Möglich sei, so Stoll, ein Anschreiben per Brief, das über die Impfmöglichkeit informiert. Aber auch Informationen an der Haustür oder per Telefon seien denkbar. Es müsse jedoch niemand direkt am erstmöglichen Tag seinen Termin anmelden. „Jeder bekommt einen Termin“, stellte Stoll klar. Auch wenn beispielsweise für Stendal mit 2913 Impfberechtigten zum Stichtag gerechnet werde, seien die Termine nicht limitiert. Bis 24 Stunden vor Beginn der Impfung am dezentralen Ort werde eine Terminanmeldung möglich sein. Dann wird von 8 bis 17 Uhr auf sechs Impfstrecken geimpft. Jeweils alle fünf Minuten soll dabei geimpft werden. Bei sechs Strecken, die dann parallel laufen werden und jeweils 150 Bürger täglich impfen sollen, wären rechnerisch 900 Impfungen pro Tag möglich, rechnet Stoll vor. Sollte es zeitlich jedoch nicht reichen, würden die Impfungen jedoch sicherlich noch zwei Stunden länger fortgeführt werden.

Knapp einen Monat später sollen die über 80-Jährigen dann ihren Zweitimpftermin am jeweils selben Ort erhalten. Damit könne das Ziel erreicht werden, dass alle Einwohner des Landkreises Stendal der Priorisierungsgruppe 1 bis Ende Mai ein Impfangebot erhalten haben. Im Anschluss daran könne mit der zweiten Gruppe begonnen werden.

Ein Problem, dass sich im Impfzentrum zeigte, werde mit dem dezentralen Vorgehen direkt angegangen. Bei der Anmeldung erfolge ein direkter Abgleich mit den Meldedaten, sodass eine Terminvergabe für Personen von außerhalb nicht möglich ist.

Dass zwischen der Erst- und Zweitimpfung für Gruppe 1 bereits mit den Erstimpfungen für Gruppe 2 begonnen wird, gebe die aktuelle Impfordnung nicht her. Der Landkreis wolle nicht riskieren, dass jemand seine Zweit-impfung nicht erhalten könne. Sollte sich jedoch der Erfolg der dezentralen Impfaktion zeigen, könne über ein ähnliches oder gleiches Angebot auch für die zweite Priorisierungsgruppe nachgedacht werden.

Eine Querschaltung zwischen den beiden Impfterminvergaben werde es jedoch nicht geben, warnte Stoll. Es sei also möglich, dass sich Impfwillige sowohl im Impfzentrum als auch in ihrem Wohnort einen Termin besorgen. Da seien dann die Bürger selbst gefragt, ihren unnötigen Termin selbstständig abzusagen, damit es zu keinen Ausfällen kommen muss.

Parallel zur Impfaktion werde das Impfzentrum weiter in Betrieb bleiben. Dabei würde jedoch die Impfstrecke Biontech/Pfizer etwas heruntergefahren und die Astrazeneca-Strecke verstärkt. Dann wären mehr Termine beispielsweise für Lehrkräfte, die ihres Berufes wegen einen Impfanspruch haben, möglich.

Wie genau die Hansestadt ihren Bürgern die Impftermine zugänglich machen werde, sei noch nicht endgültig geklärt, berichtet Stadtsprecher Philipp Krüger nach der Landkreis-Pressekonferenz. Diese habe man zunächst abwarten wollen. Mit dem heutigen Tag soll auch die Schulung für die städtischen Mitarbeiter, die die Impfterminvergabe unternehmen werden, größtenteils abgeschlossen sein. Eher unwahrscheinlich sei eine Information per Telefon oder gar Haustürbesuche, stellt er jedoch fest. Vermutlich werde es schriftliche Informationen für die entsprechenden Bürger geben. Anmeldungen sollen dann voraussichtlich telefonisch angenommen werden. Ob eine elektronische Terminvergabe, analog zur Anmeldung beispielsweise im Einwohnermeldeamt, möglich gemacht werden könne, müsse noch geprüft werden.

Dezentrale Impftermine im Landkreis Stendal

• Dienstag, 6. April, Tangermünde: Sporthalle Lindenstraße

• Mittwoch, 7. April, und Donnerstag, 8. April: Tangerhütte: Sporthalle Werner- Seelenbinder-Ring

• Freitag, 9. April, Bismark: Mehrzweckhalle Karl-Marx-Straße

• Dienstag, 13. April, Klietz: Sporthalle Friedenssiedlung

• Mittwoch, 14. April, Seehausen: Wischelandhalle

• Donnerstag, 15. April, Osterburg: Sporthalle Karl-Marx-Straße

• Freitag, 16. April, Havelberg: Sportforum Am Eichenwald

• Dienstag, 20. April, Goldbeck: Sporthalle Friedrich-Ebert-Straße

• Mittwoch, 21. April, Stendal: Mehrzweckhalle Schillerstraße

• Donnerstag, 22. April, Stendal: Mehrzweckhalle Schillerstraße

• Freitag, 23. April, Stendal: Mehrzweckhalle Schillerstraße

Quelle: Landkreis Stendal

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