„Wir haben uns die Köpfe heißgerechnet“

Stendal kann weiterimpfen: Astrazeneca kann mit Biontech- und Pfizer-Vakzin ersetzt werden

Stendals Landrat Patrick Puhlmann (SPD) sitzt bei einer Pressekonferenz an einem Tisch.
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„Wir haben uns die Köpfe heißgerechnet“, erklärt Landrat Patrick Puhlmann (SPD). Das Ergebnis ist, dass alle Impftermine, die mit Astrazeneca geplant wurden mit Biontech/Pfizer ersetzt werden können.
  • Stefan Hartmann
    vonStefan Hartmann
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Der Landkreis Stendal hatte am Montagabend alle Impftermine mit dem Astrazeneca-Vakzin abgesagt. Wie ausgerechnet wurde, stehe jedoch genug Biontech-Mittel zur Verfügung, um sie halten zu können.

Stendal – Der Astrazeneca-Impfstoff soll nicht mehr benutzt werden. Am Montagabend hatte der Landkreis deshalb fürsorglich alle Termine damit abgesagt. Die Zeit bis zur spontanen Pressekonferenz gestern Mittag mit Landrat Patrick Puhlmann (SPD) sei jedoch gut genutzt worden: „Wir haben uns die Köpfe heißgerechnet“, umschreibt es Puhlmann. Sofern es nicht zu Problemen mit der Lieferung des Biontech/Pfizer-Vakzins kommt, können sämtliche geplanten Impfungen vorgenommen werden. Dazu gehören auch die rund 1200 für Lehrkräfte und Betreuer in Kitas und Schulen geplanten, die jeweils an den kommenden Samstagen, 20. und 27. März, stattfinden sollen. Allerdings könnten für diese Aktion keine weiteren Termine vergeben werden.

Auch im Impfzentrum werde die Arbeit weitergehen. Da sei es fast ein Glücksfall, dass der Landkreis bisher nur wenige Astrazeneca-Dosen geliefert bekommen und verplant hat. Das jeweils tägliche gute Dutzend könne aber ebenfalls mit Biontech aufgefangen werden. Vorsorglich abgesagt wurden die Termine, die gestern hätten stattfinden können. Diese sollen jedoch bereits heute oder in den kommenden Tagen nachgeholt werden.

Generell gelte: Wer bis zum 12. April einen Termin mit dem Astrazeneca-Vakzin habe, werde stattdessen zur vereinbarten Zeit mit Biontech geimpft. Alle danach liegenden Termine könnten ebenfalls stattfinden, jedoch könne es zu Verschiebungen kommen, erklärt der Landrat. Für den jeweiligen Zweittermin bedeute dies Umplanungen: Da die zweite Dosis bei den unterschiedlichen Mitteln in einem anderen Zeitabstand vergeben werden muss, müsste der Termin für die Zweitimpfung angepasst werden. Dies solle jedoch jeweils vor Ort im Impfzentrum passieren.

Damit es für alle im Impfzentrum schneller geht, empfiehlt Puhlmann denen, die bereits einen Aufklärungsbogen für ihre Astrazeneca-Impfung erhalten haben, den neuen für den Biontech-Impfstoff. Dieser Aufklärungsbogen sei unter anderen unter www.landkreis-stendal.de zu finden.

Möglich sei die Aufrechterhaltung der Impftermine unter anderem, weil Biontech kürzlich eine dreifache Lieferung für den 30. März ankündigte. Statt der 1170 Dosen sollen rund 3000 geliefert werden. Wenn der Verlauf des Montags eines gezeigt hätte, dann, dass nicht lange im Voraus geplant werden kann. Zwar sei konservativ gerechnet worden, wenn es jedoch nun auch bei Biontech zu Schwierigkeiten komme, könne sich alles noch einmal ändern. Eine genaue Prognose wollte der Landrat nicht abgeben, jedoch habe man bisher gute Erfahrungen mit den Lieferungen von Biontech gemacht. Die Zahlen seien beständig gestiegen.

Eine Frage, die bisher noch nicht geklärt werden konnte, sei, worauf sich die Bürger einstellen müssen, die bereits ihre Erstimpfung mit dem Astrazeneca-Vakzin erhalten haben. Die Frage sei zwar noch nicht drängend, müsse jedoch trotzdem beantwortet werden. Die erste Impfung mit Astrazeneca fand im Landkreis am 10. Februar statt. Bei einem Zeitfenster von bis zu zwölf Wochen müsste die Zweitimpfung also spätestens zum 5. Mai erfolgen. Bis dahin erhoffe sich der Landkreis deutschlandweit geltende Informationen und Richtlinien.

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