Astrazeneca und Johnson and Johnson an Sonderterminen verfügbar

Landkreis Stendal: Impfen ohne Priorität

Ein Mann zieht mit blau behandschuhten Händen ein Impfdosis aus einer Ampulle.
+
Wegen einer Sonderlieferung stehen im Landkreis Stendal 600 Dosen des Vakzins von Johnson and Johnson zur Verfügung. Diese sollen ohne Priorisierung zeitnah verabreicht werden. 
  • Stefan Hartmann
    vonStefan Hartmann
    schließen

Noch gilt die Impfpriorisierung, die in Juni möglicherweise aufgehoben wird. Der Landkreis plant jedoch, bis zu 1400 Impfungen mit Astrazeneca und Johnson and Johnson ohne Priorisierung anzubieten.

Stendal – Ob es in der näheren Zukunft weitere Angebote wie die dezentralen Impfungen im Landkreis geben wird, ist noch nicht klar. Zu groß sei aktuell die Unsicherheit, welche Impfstoffmengen nach dem Ablauf des Mais wöchentlich zur Verfügung stehen. Wie Landrat Patrick Puhlmann (SPD) bei der aktuellen Corona-Pressekonferenz erklärt, stünden zwei Sonderimpftermine jedoch bereits in den Startlöchern: Der Landkreis habe 600 Dosen des Johnson and Johnson- Vakzins erhalten und verfüge zusätzlich über eine noch nicht gänzlich feststehende Menge von Astrazeneca-Impfstoff, die unkompliziert in zwei Aktionen verimpft werden sollen.

Wie viel des Astrazeneca-Impfstoffes dabei zur Verfügung stehen werde, könne noch nicht gesagt werden. Aktuell seien es rund 800 Dosen, erklärt Puhlmann. Inwieweit sich diese Zahl ändern würde, müsse mit den aktuell laufenden Zweitimpfungen, die teilweise stattdessen mit Biontech vorgenommen werden, festgestellt werden. Zu den beiden Terminen, einer für Johnson and Johnson sowie ein weiterer für Astrazeneca, sollen in der laufenden Woche weitere Informationen veröffentlicht werden. Empfohlen sind die beiden Vakzine für Personen ab 60 Jahren, zugelassen jedoch auch für Jüngere, stellt der Landrat fest. Mit der Anmeldung für diese Sondertermine bestehe bis zu einem gewissen Grad die Möglichkeit der Impfstoffauswahl. An jedem Aktionstag werde lediglich eines der beiden Vakzine angeboten. Wer also den einen bevorzuge, könne mit seinem Anmeldetag diesen bekommen. Wer jedoch bei der persönlichen Aufklärung vor Ort seine Entscheidung ändert, müsse unverrichteter Dinge nach Hause gehen. Ein Wechsel am Tag sei nicht möglich.

Für das Impfzentrum stehen derzeit bis Ende des Monats 3000 Dosen pro Woche zur Verfügung. In diesem wird, außer für Zweitimpfungen, bei denen die erste Injektion mit Astrazeneca erfolgte, fast ausschließlich Biontech verwendet. Darüber sei der Landkreis recht froh: Je weniger verschiedene Präparate verwendet werden, umso weniger unterschiedliche Aufklärungsbögen würden benötigt. Hinzu kommen die Impfungen bei Haus- und Fachärzten, über die der Landkreis jedoch keine Übersicht hat. Deren Impfstoffbeschaffung sei eine Sache der einzelnen Praxen.

Sollte es bei diesen Impfstoffmengen bleiben, reiche das, um den aktuellen Betrieb des Impfzentrums und der momentan laufenden Zweittermine bei den dezentralen Impfungen abzuarbeiten. Für weitere Sondertermine sei in diesem Fall jedoch kein Vakzin verfügbar, so der Landrat. Sollte es jedoch zusätzliche Lieferungen geben, wären auch weitere Aktionen möglich. Das bleibe abzuwarten – der Landkreis sei darauf eingestellt, dass es derartige Lieferungen geben könnte, und wolle sie dann in die Arme der Landkreisbewohner bringen. Da aktuell auch im Gespräch ist, dass die Impfpriorisierung im Juni fallen soll, ergebe es mehr Sinn, ebenfalls freie Termine anzubieten und keine Priorisierung auf bestimmte Gruppen im Landkreis zu bestimmen.

Aus Gründen der Transparenz erklärte der Landrat außerdem, dass er mittlerweile seine Erstimpfung erhalten hat. Er sei aus privaten Gründen als Kontaktperson der Impfpriorisierungsgruppe Zwei zugeordnet.

„Ein bisschen erfreulich“ hingegen sei die Entwicklung der Inzidenz, sagt Puhlmann. Der Landkreis nähere sich der 100er Grenze, unter der mehrere Einschränkungen der Bundesnotbremse nicht mehr greifen würden. So unter anderem die Ausgangsbeschränkung und weitere Maßnahmen, die Gewerbe und Gastronomie sowie die Rückkehr zum Präsenzunterricht in Schulen. Dafür müsste die Inzidenz für fünf Tage stabil unter 100 liegen. Die kommenden Pfingstfeiertage würden in der Berechnung jedoch keine Rolle spielen.

Mit einem anhaltenden Inzidenzwert von unter 100 ergäben sich auch weitere Möglichkeiten für Tourismus-, Kultur- und Freizeitbranchen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare