Nico Schulz: „Kein Problem der Dörfer“ / Weitere Tage denkbar

Landkreis Stendal: Gartenfeuer sollen weiter möglich bleiben

Rauch zieht über grüne Gärten.
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Das Verbrennen von Gartenabfällen wird den Bewohnern des Landkreises Stendal auch künftig möglich bleiben.
  • Stefan Hartmann
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Eigentlich war es nicht das Hauptthema, aber dennoch haben die Kreistagsmitglieder eine Entscheidung getroffen: Überwiegend haben sie dafür gestimmt, dass das Verbrennen von Gartenabfällen weiterhin möglich bleiben soll. 

Stendal – Das Verbrennen von Gartenabfällen wird im Landkreis Stendal weiterhin gestattet werden. Der eigentliche Beschluss, die Fortschreibung des Abfallwirtschaftskonzeptes des Landkreises, nahm bei dieser Änderung in den Diskussionen des Kreistages einen untergeordneten Stellenwert ein.

Die Verbrennung von Gartenabfällen sei wichtig für den ländlichen Raum – und vor allem kein Problem der Dörfer. Schwierigkeiten wegen Rauch- und Geruchsbelästigungen gebe es eher in den städtischen Gebieten, erklärte Nico Schulz, Pro Altmark und Bürgermeister von Osterburg, zum Antrag seiner Fraktion. Und auch diese Probleme könnten gelöst werden. Da das Verbrennen nur an zwei Wochentagen gestattet wird, müsse auch unter ungünstigen Bedingungen verbrannt werden. Wenn der Grünschnitt beispielsweise nass sei oder es regne. Mit einer Ausweitung der Brennzeit auf die gesamte Woche könnten die Menschen besser auf die jeweilige Witterung reagieren. Ein besonderes Problem stelle ein mögliches Verbrennungsverbot auch für die ältere Bevölkerung dar. Selbst wenn in den Orten Sammelcontainer aufgestellt würden, wären diese in ländlichen Gebieten für Senioren mit vielen Gartenabfällen nur schwer zu erreichen. „Lassen sie uns auf den Dörfern leben, wie wir wollen“, appellierte Schulz an die anderen Mitglieder des Kreistages.

Katrin Kunert, Fraktionsvorsitzende Die Linke, widersprach. Auch in den ländlichen Gebieten gebe es Probleme mit Geruchsbelästigungen. An manchen Tagen sei es nicht möglich, die Wäsche zum Trocknen rauszuhängen. Auch nutzten einige Bürger, so warf Kunert es ihnen vor, den Tag bewusst, um auch Abfälle zu verbrennen. Um dies zu verhindern, müsste es stärkere Kontrollen geben.

Welcher Weg eingeschlagen werden müsse, sei völlig klar, erklärte Juliane Kleemann, SPD-Fraktionsvorsitzende, während der Diskussion um die Zukunft der Brenntage im Landkreis. Und dieser führe weg vom Verbrennen von Gartenabfällen. In anderen Landkreisen funktioniere dies schließlich auch.

Arno Bausemer (AfD) kritisierte den Antrag der Fraktion Pro Altmark und warb für den seiner eigenen, der erst am Tag der Sitzung eingereicht worden war. Man solle nicht nur Überschriften, sondern das ganze Buch lesen. So habe Pro Altmark zwar beantragt, dass ein Teil im Fazit des Abfallwirtschaftskonzeptes gestrichen werde, jedoch nicht die entsprechenden Abschnitte im Konzept selbst angefasst. „Wir wollen, dass Gartenfeuer möglich bleiben“, erklärte Bausemer die Position seiner Fraktion.

Diese Meinung vertrat auch ein Großteil der Kreistagsmitglieder – nur nicht im Sinne der AfD. Deren Antrag erreichte sieben Ja-Stimmen, aber auch 16 Gegenstimmen und zwölf Enthaltungen. Die Vorstellungen der Pro Altmark waren populärer und fanden mit 26 Ja-Stimmen bei sieben Gegenstimmen und zwei Enthaltungen schließlich eine Mehrheit im Gremium.

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