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Landkreis Stendal: Entsorger baut Recyclingnetz aus

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Von: Stefan Hartmann

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Elektroschrott in einem Container.
Insbesondere Elektrogeräte enthalten Ressourcen, die verwertet werden können. Weitere Recyclinghöfe im Landkreis Stendal sollen die Abgabe erleichtern. © Hartmann, Stefan

Die Abfallentsorgung des Landkreises Stendal will ihr Netz an Recyclinghöfen ausbauen und optimieren. Der erste Vorvertrag steht schon.

Stendal – Ganz zufrieden ist die Abfallgesellschaft des Landkreises Stendal (ALS) mit dem Netz an Recyclinghöfen noch nicht. Aber das soll sich schon bald ändern: Der Vorvertrag für einen weiteren Hof im Industrie- und Gewerbepark Altmark (IGPA) bei Arneburg wurde unterzeichnet. Für einen weiteren ostelbischen Hof laufen die Vorgespräche. Einer der Gründe, wieso das Netz ausgebaut wird, ist ganz simpel: „Wir brauchen die Rohstoffe“, erklärt ALS-Geschäftsführer Henrik Galster.

Einer der besonders begehrten „Klassiker“ sei Kupfer. Dieser sei auf dem Rohstoffmarkt immer beliebt. Ebenso wie Stahl, wie er auch in Waschmaschinen oder Kühlschränken Verwendung findet. Nicht zu unterschätzen seien jedoch die kleineren Geräte. Insbesondere aussortierte Smartphones, die vermutlich in Schubladen ihr Dasein fristen, aber auch alte Toaster und elektrische Zahnbürsten enthalten verwertungsfähige Bestandteile wie seltene Erden. „Das hat alles im Restabfall nichts verloren“, stellt Galster fest. Und da es einfach leichter und ökologischer sei, die Rohstoffe zurückzugewinnen, als neue zu erschließen, formuliert er eine klare Bitte: „Anliefern bitte!“

Das Netz an Annahmestellen des Rohstoffes Abfall zu vergrößern ist da ein Teil des Puzzles, das die ALS angehen kann. Schließlich neigt der Mensch leider auch zur Bequemlichkeit, spricht Galster eine universell bekannte Wahrheit aus. Und noch bedeute es für einige Bürger des Landkreises, eine etwas längere Reise auf sich zu nehmen, um einen Recyclinghof – oder die Abfallannahme und Umladestation in Stendal – zu besuchen. Ziel der ALS sei es, dass der nächste Recyclinghof immer nur zehn bis zwölf Kilometer entfernt ist, erklärt Galster. Ganz einfach mache es die Geografie des Landkreises dabei nicht. Zwar könne vom Arneburger Industriepark aus recht gemütlich mit dem Zirkel ein Kreis ins ostelbische gezogen werden. Dabei steht jedoch die Elbe im Weg. Zwar gibt es Fähren, die bei entsprechendem Wasserstand fahren, aber wer eine Brücke passieren muss, hat schnell eine deutlich längere Reise als zwölf Kilometer vor sich. Deshalb soll neben dem vorgesehenen Punkt im IGPA, noch muss der Landkreis diesen genehmigen, ein weiter entstehen. Dort sei das erste Vorgespräch aber erst eine Woche alt, sagt Galster. Deshalb gebe es dort noch keine sicheren Informationen. Wann – und genau genommen auch ob – die beiden angedachten Höfe eröffnet werden können, steht noch nicht fest. Im neuen Abfallkalender 2023 werden sie jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach noch nicht verzeichnet sein, schätzt Galster.

Auch im weiteren Landkreis gibt es Neuigkeiten für den Ausbau beziehungsweise die Neuorganisierung der Recyclinghöfe. Die ALS betrachtet den Recyclinghof Tangerhütte, der gemeinsam mit der Lebenshilfe betrieben wird, offenbar als Erfolg mit Modellcharakter (AZ berichtete). Auf ebendiese Weise soll auch der Recyclinghof Bismark neugestaltet werden. Genauere Informationen und Details sollen in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden. Die Umstellung erfolgt dann voraussichtlich zum 1. November. „Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht“, sagt Galster. Es gebe eine gute Zusammenarbeit und die Beschäftigten von der Lebenshilfe würden so in normale Arbeitsprozesse integriert werden. „Es ist immer eine Freude, wenn man dorthin fahren und mit den Leuten reden kann. Die sind wirklich mit Herzblut dabei“, erklärt Galster. Mit der Ausweitung der Zusammenarbeit der Lebenshilfe auf Bismark soll auch noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht sein. Es gebe noch weitere Ideen, die Kooperation auszuweiten, sagt Galster, ohne weitere Details preiszugeben.

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