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Landkreis Stendal braucht Notunterkunft am Bahnhof nicht mehr

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Von: Stefan Hartmann

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Vor der geschlossenen Notunterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine steht ein beschädigter rosa Tretroller.
Die Notunterkunft für Geflüchtete an der Bahnhofstraße ist seit knapp einer Woche nicht mehr in Betrieb. © Hartmann, Stefan

Große Mengen vor dem Krieg in der Ukraine geflüchteter Menschen erreichen den Landkreis Stendal derzeit nicht. Mittlerweile stehen genug Wohnungen zur Verfügung. Daher wurde die Stendaler Notunterkunft geschlossen. 

Stendal – Eine Notunterkunft für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine benötigt der Landkreis derzeit nicht mehr. Neben Tagen mit Ankunften im niedrigen einstelligen Bereich gab es auch welche, in denen die Aufnahme komplett stillstand. Und teilweise seien es nur Meldungen gewesen, von Menschen, die schon länger auch privat im Landkreis untergekommen sind, erklärt Landrat Patrick Puhlmann (SPD) bei einer Pressekonferenz. Deshalb ist die Notunterkunft an der Bahnhofstraße geschlossen worden.

Natürlich gebe es weiterhin Ankünfte und damit Menschen, die im Landkreis untergebracht werden müssen. Aber erstmals seit Beginn der Krise im März sei es dem Landkreis nun möglich, allen eine Wohnung zu stellen. Nicht nur konnte die Notunterkunft leergezogen werden, auch stünden nun vorbereitete Wohnungen bereit, um neuen Geflüchteten sofort eine Unterkunft anbieten zu können. Ein bisschen müsse der Landkreis bei diesen Planungen natürlich in die Glaskugel schauen. Was genau in den kommenden Monaten passiert und, ob die Unterkunft in der ehemaligen Frauen- und Kinderklinik noch einmal benötigt wird, könne derzeit niemand voraussagen. Deshalb werde sie im Zweifelsfall wieder reaktiviert werden können, kündigte der Landrat an.

Wie lange diese Option dem Landkreis noch zur Verfügung stehen wird, steht ein bisschen in den Sternen. Der Komplex steht derzeit zum Verkauf und mehrere Angebote dafür seien auch in der Kreisverwaltung eingegangen, bestätigte Puhlmann auf AZ-Nachfrage. Einige von den Interessenten hätten das Objekt auch schon besichtigt. Ob es tatsächlich veräußert werden wird, obliegt letztendlich dem Kreistag, vor dem und vor dessen Ausschüssen sich die verschiedenen Interessenten mit ihren Konzepten vorstellen müssen. Neben der Entscheidung zwischen diesen bleibt dem Gremium aber noch eine weitere Option: Der Komplex könnte auch in der Hand des Landkreises bleiben.

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