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Landkreis Stendal bewirbt sich auf das 365-Tage-Ticket

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Von: Lisa Maria Krause

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Im Vordergrund ist ein Linienbus von Stendal zu sehen. Im Hintergrund sind der Stendaler Hauptbahnhof und die Gleise zu erkennen.
Sachsen-Anhalt sucht nach zwei Modellregionen für das 365-Tage-Ticket. Der Landkreis Stendal will auf diesen Zug mit aufspringen. © Lisa Maria Krause

Magdeburg ruft und Stendal antwortet: Laut Beschluss des Landtages vor einer Woche sucht dieser nun nach zwei Modellregionen – eine städtische und eine ländliche – für das Erproben eines 365-Tage-Tickets in 2023. Stendal wirft seinen Hut in den Ring.

Stendal - „Der Landkreis Stendal hat sich für das 365-Tage-Ticket beworben und wird diese Bewerbung nochmals mit Fakten untermauern“, teilt Landkreissprecherin Angela Vogel auf AZ-Anfrage mit.

Für umgerechnet einen Euro pro Tag sollen Besitzer des Tickets ein Jahr lang kostenlos den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nutzen können. Zu dem Test gehört auch eine Evaluierung des Azubi-Tickets. Der Begriff 365-Tage-Ticket wurde von der Landesregierung bewusst gewählt, denn der ursprünglich angedachte Preis von 365 Euro könnte noch steigen. Als mögliche Kandidaten zählen bisher der Burgenlandkreis sowie die kreisfreien Städte Dessau, Halle und Magdeburg.

Vogel sieht den Vorteil für die Stendaler Region: „Ein solches Ticket kann eine Möglichkeit sein, die bestehende Tarifvielfalt zu vereinfachen und so mögliche Zugangshemmnisse zum ÖPNV zu verringern.“ Es könne mehr Menschen davon überzeugen, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen.

Vor einer tatsächlichen Teilnahme an dem Modellprojekt seien aber noch einige Fragen zu klären. So nennt die Kreissprecherin das Problem, wie Einnahmeverluste der beteiligten Verkehrsunternehmen gedeckt werden sollen. Vor allem logistische Fragen stehen allgemein dem Modellprojekt noch im Weg. Schlecht aufgestellt für eine mögliche Modellregion scheint die Kreisverwaltung sich aber nicht zu sehen.

Der ÖPNV im Landkreis entspreche den Vorgaben im Nahverkehrsplan, erklärt Vogel. „Er bietet den Fahrgästen die Möglichkeit, wochentags zum Einkaufen oder zum Arzt in die nächste Stadt zu kommen. Auf den meisten Linien besteht die Möglichkeit, auch am Wochenende mit dem Bus in die Stadt zu fahren.“ Es gebe aber auch noch an einigen Stellen Verbesserungsbedarf.

So habe sich der Landkreis Stendal das Ziel gesetzt, in den kommenden Jahren im Rahmen seiner Möglichkeiten den Busverkehr schrittweise besser an die Bedürfnisse der Einwohner anzupassen. Als Beispiel nennt Vogel den Stendaler Stadtverkehr, der besser an die Zugverbindungen am Hauptbahnhof und am zukünftigen Bahnhaltepunkt „Stendal Hochschule“ angeknüpft werden soll.

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