Begeisterter E-Auto-Fahrer hat auf seiner Tour durch die Ostaltmark ein Problem

E-Auto-Fahrer haben ein Problem in der „Ladewüste“ Stendal

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Thomas Krummel und sein Elektroauto. Sein Motto „No Petrol – no Problem“ geht in Stendal nicht auf, denn die Gegend ist „ein großer weißer Fleck auf der E-Lade-Karte“. Jetzt hofft der Hankensbütteler auf hilfsbereite Ostaltmärker.

Stendal / Hankensbüttel. Thomas Krummel hat ein Problem. Der Hankensbütteler will am 14. Mai mit seinem Elektroauto nach Berlin fahren, um sich dort mit Gleichgesinnten zu treffen.

Die Tour führt über Stendal, und diese Gegend ist eine „Ladewüste“, wie Krummel weiß. Stendal sei „ein weißer Fleck auf der Karte der Ladestellen“, und nun hofft der E-Auto-Fahrer auf hilfswillige Altmärker, die ihn an ihre Steckdose lassen.

Für Thomas Krummel ist Elektromobilität längst Normalität. Er fährt seit sieben Jahren elektrisch, kommt mit einer Ladung 130 Kilometer weit. Die hohen Spritpreise, der hohe Verbrauch bei Kurzstrecken – das war für den Hankensbütteler die Motivation, auf ein E-Auto umzusteigen. Liegengebieben ist Krummel mit seinem E-Auto auf kurzen Strecken noch nie, einmal aber, „als ich bei strömendem Regen schon mit recht leerem Akku noch eine Umleitung mitnehmen durfte. Es reichte bis zum nächsten Ladehalt nicht mehr“, erzählt er.

Zum Nachladen braucht Thomas Krummel eine ganz normale Drehstrom-Steckdose, wie es sie in Werkstätten, auf Bauernhöfen, an der Müllpresse des Fast-Food-Restaurants oder eigentlich in jedem neueren Haus irgendwo gibt. „In diesem Fall bin ich auf einen Bauernhof abgebogen. Der gute Mann war natürlich etwas überrascht, weil er eine solche Anfrage noch nie hatte, hat mir dann aber schnell den Weg zu einer seiner Drehstromsteckdosen gezeigt. Nach einer halben Stunde konnte ich weiter fahren – natürlich nicht ohne vorher für den Strom bezahlt zu haben“, erklärt der Hankensbütteler. Für 100 Kilometer braucht das Elektro-Auto zwölf bis 15 Kilowattstunden (Kwh). Bei etwa 30 Cent pro Kwh macht das drei bis fünf Euro pro 100 Kilometer.

An Himmelfahrt, nächste Woche Donnerstag, will Thomas Krummel zu einem Elektrofahrer-Treffen nach Berlin. Dort endet die Tagesetappe einer elektrischen Europarundfahrt. „Die elektrischen Kollegen der Umgebung sind eingeladen, mit dabei zu sein“, wirbt der Hankensbütteler. Am 15. Mai will er dann wieder nach Hause.

Krummel könnte, um an eine Ladestation zu kommen, einen Umweg über Wolfsburg und die A2 fahren, aber das sei deutlich weiter. Die kurze Verbindung führt genau über Stendal. „Doch leider ist dort das Schreckgespenst aller Elektrofahrer, weit und breit keine Steckdose, Ladewüste“, so der E-Auto-Liebhaber. Stendal und Umgebung sei leider immer noch ein großer weißer Fleck auf der E-Lade-Karte, die im Internet einsehbar ist.

Nun sucht Thomas Krummel eine Steckdose in Stendal. „Günstig wäre ein Gasthaus, da könnte ich dann gleich zu Mittag essen. Aber auch andere Ladehalte sind willkommen – hauptsache Strom“, hofft er auf hilfsbereite Altmärker, die ihm eine ganz normale Drehstromsteckdose (400V/16A oder besser 400V/32A) in der Nähe eines Stellplatzes zur Verfügung stellen. „Der Strom wird selbstverständlich bezahlt“, fügt Krummel hinzu. Wer aus Stendal oder der Umgebung kommt und dem Hankensbütteler helfen möchte, melde sich bei ihm unter Telefon 01522 / 860 99 43 (abends).

Von Ulrike Meineke

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