Trotz Hitze: Etikette darf nicht den Bach runtergehen / Obacht bei der Wahl der Arbeitskleidung

Kurze Hosen gehen gar nicht!

Das sehen einige Chefs nicht gern: Kurze Hose und Sportshirt. Auch wenn die Schuhe auf das Shirt abgestimmt sind. Fotos (2): Wagner

Stendal. Auch wenn sich das Wetter momentan eher von seiner nassen und leicht trüben Seite zeigt, warten doch alle wie gebannt auf den Sommer.

Kühle Cocktails oder ein beherzter Sprung in den Pool zum wohlverdienten Feierabend verschaffen bei heißen Temperaturen ordentlich Abkühlung.

Doch vor dem abendlichen Vergnügen gilt es noch den Arbeitstag zu überstehen. Und das, trotz knallender Sonne und 30 Grad im Schatten. Die AZ hat sich bei einigen ortsansässigen Firmen umgehört und umgeschaut. Vor allem in Unternehmen, in denen ein reger persönlicher Kundenkontakt besteht, wird es bei hochsommerlichen Temperaturen schwierig, stets die Etikette zu wahren. Kurze Hose oder tiefer Ausschnitt gelten oft als verpönt.

In der Stendaler Volksbank gibt es zwar keine vorgeschriebene Kleiderordnung, wie eine schwarze Hose und eine weiße Bluse oder ein weißes Hemd. „Die Kleiderwahl soll nicht spießig-konservativ sein, aber durchaus konservativ“, erklärt Personalsachbearbeiterin Michaela Schwarz gegenüber der AZ. Doch die Mitarbeiter des Geldinstituts können zumindest innerhalb des Gebäudes unter angenehmen Bedingungen arbeiten, egal welche Wetterlage draußen vorherrscht. Die Klimaanlage macht es möglich. „Bei den Frauen darf ein Rock ansonsten auch knielang sein, für die Herren ist es da etwas schwieriger, eine kurze Hose geht natürlich nicht“, erzählt Schwarz weiter.

Ähnliches gilt in der Autostadt Rosier. Annett Oelicker, Assistentin der Geschäftsleitung, erklärt auf Nachfrage: „Geschäftstauglich muss es schon sein, je nach Einsatz des Mitarbeiters.“ Schließlich unterliegt der Mitarbeiter in der Werkstatt anderen Vorschriften als der im Verkauf. Selbst dort gibt es noch Unterschiede. „Bei Volkswagen soll die Bekleidung bürgerlich sein, also Jeans, Hemd und vielleicht ein Sakko. Bei Audi soll es schon eher ein Anzug sein, kurzärmlig wird nicht gerne gesehen.“ Oelicker und ihre Kollegin Christin Wenzel sitzen in der Verwaltung der Autostadt. Der Kleidungsstil dort hält sich auch an die Etikette.

„Der Oberbürgermeister vertraut seinen Mitarbeitern bei der Kleiderwahl, deshalb gibt es auch keine Vorschrift“, erklärt Sybille Stegemann von der Stadt Stendal. Trotz Hitze soll die Kleidung jedoch angemessen sein, daher sind knielange Röcke erlaubt. „Bis jetzt musste sich der Oberbürgermeister nicht schämen, das klappt auch ohne Anweisung bestens.“

Von Berit Wagner

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