Abgang zweier Musiker – Gruppe vor dem Aus / Stadt: Es entsteht eine Lücke

Kultband am Scheideweg: „Big Daddy“ ohne Stimme

„Big Daddy“ ist eine feste Größe in der altmärkischen Kulturszene. Ob die Band auch in Zukunft ihre Fans begeistern kann, steht in den Sternen. In den vergangenen Jahren traten die Musiker nicht zuletzt beim Stendaler Rolandfest auf. Foto: Doreen Gierke

Stendal. Stendals Kultband „Big Daddy“ droht das Aus. Sänger Remo Mauer und Sologitarrist Frank Kroll haben die Gruppe verlassen. Die restlichen vier Musiker halten tapfer die Fahne hoch. „Doch es wird sehr schwer“, gibt Axel Kleefeldt im Gespräch mit der AZ unumwunden zu.

Die ostaltmärkische Combo hatte sich in den vergangenen etwa 20 Jahren auch überregional einen Namen gemacht. „Momentan orientieren wir uns neu und studieren ein anderes Programm ein. Wenn wir die Qualität nicht halten können, werden wir uns auf jeden Fall umbenennen. Ansonsten wäre es ein Betrug an unserem Publikum“, meint Kleefeldt, der Gitarre spielt und singt.

Über die Gründe für den Abgang der beiden Musikerkollegen hält er sich bedeckt. „Es gab und gibt einen harten Kern, der nun versucht, weiterzumachen.“ Dass Mauer und Kroll fehlen und eine große Lücke hinterlassen haben, sei natürlich unbestritten. Beide waren nacheinander vor gut zehn Jahren zur Band gestoßen. Big Daddy ist nicht zuletzt beim Heimspiel, dem jährlichen Rolandfest, eine feste Größe. Dass sich Rainer Budach (Schlagzeug), Thomas Flint (Bass/Gesang), Jérôme Pech (Keyboard) und Kleefeldt, wenn überhaupt, rechtzeitig bis zur 49. Auflage Anfang Juni neu aufstellen können, daran scheint niemand ernsthaft zu glauben.

„Uns ist es immer um die Freude am Musizieren gegangen“, betont Kleefeldt, den die Menschen auch als Stendals Vizebürgermeister kennen. Ein Teil des „harten Kerns“ könne auch ans Mikrofon treten und singen. „Das Potenzial ist durchaus vorhanden, das haben wir schon bewiesen.“ Doch am liebsten wäre es allen, wenn sich wieder eine besondere Stimme fände, und ein Sologitarrist von Krolls Format auch. Und so gibt das restliche Quartett die Hoffnung auf eine Zukunft der Partyband „Big Daddy“ noch nicht ganz auf. Wer Lust und Laune habe, möge sich einfach melden.

Stendals Veranstaltungsmanagerin Nicole Laupsien hört die Nachricht vom wahrscheinlichen Abgesang der Gruppe ungern. „Uns als Stadtverwaltung und Ausrichter der Rolandfeste tut es natürlich sehr leid, dass sich eine doch schon sehr stark am Musikmarkt etablierte Stendaler Band nun aufzulösen droht. Ich persönlich gestalte seit 2006 das Rolandfest mit und kenne keines ohne Big Daddy, da entsteht schon eine Lücke.“

Ob Stendal, Klötze, Magdeburg, Lüneburg oder ganz woanders – Big Daddy dürfte Spuren in den Herzen der Fans hinterlassen haben. Das Repertoire der Band umfasste aktuelle Hits aus dem Radio, die zum Tanzen und Mitsingen animieren, und regelrechte Langzeithymnen wie in jüngerer Vergangenheit beispielsweise einige Werke der Bands „Mando Diao“ und „Snow Patrol“.

Von Marco Hertzfeld

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