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Künstliche Intelligenz erstellt surreale Bilder von Stendal

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Von: Stefan Hartmann

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Die KI „Craiyon“ hat auf die Eingabe „Stendal“ hin eine Stadtansicht erstellt. Diese zeigt eine Häuserfassade, vor der ein Baum steht, und  Türme im Hintergrund.
Bilder, die die Künstliche Intelligenz „Craiyon“ erstellt, können bei einem flüchtigen Blick für Aufnahmen aus Stendal gehalten werden. © Hartmann, Stefan / KI „Craiyon“

Künstliche Intelligenz bietet viele Möglichkeiten. Mit ihrer Hilfe können auch Fotos erstellt werden, die nie aufgenommen wurden. Oft wirken sie jedoch surreal und wandern auf der Grenze von Traum zu Albtraum.

Stendal – Franziska Giffey, Bürgermeisterin von Berlin, fällt knapp eine halbe Stunde auf einen falschen Vitali Klitschko herein. Vermutet wird ein sogenanntes Deepfake. Das sind mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellte Videos, die täuschend echt wirken können. Auch bei der Text- und Bildbearbeitung kommen KIs zum Einsatz. Einige Programme sind darauf trainiert, nur aus einigen Wörtern ein Bild zu erstellen. So können Nutzer kostenlos über das Internet beispielsweise Elvis ein Eis am Eiffelturm essen lassen. Ganz fotorealistisch sind die entstehenden Werke meistens noch nicht.

Eine derzeit unter Internetnutzern beliebte KI heißt „Craiyon“. Der Name setzt sich aus dem englischen Wort für Wachsmalstift „Crayon“ und der englischen Entsprechung von KI „AI“ zusammen. Vor einigen Jahren war sie noch unter dem Namen „DALL E mini“ bekannt. Nach der Eingabe einiger Wörter, beispielsweise „Stendal“ dauert es manchmal einige Minuten, bis ein Ergebnis vorliegt. Erstellt werden immer sofort neun Bilder, die einzeln angeschaut werden können. Auf den ersten flüchtigen Blick ist tatsächlich Stendal erkennbar. Fast immer zeigen die Bilder kirchenartige Gebäude mit Türmen – manchmal jedoch am falschen Ort oder einfach zu vielen. Die Details stimmen nicht, aber die Grundlage offensichtlich. Craiyon nutzt bereits im Internet verfügbare Bilder, die mit „Stendal“ beschriftet sind und verwendet diese als Basis, um eigene Werke zu generieren. Noch wird bei einem genaueren Blick sofort klar, dass es sich um eine Fälschung handelt. Fassaden sind schief und verzerrt, Gebäude und Bäume gehen fließend ineinander über. Die Bilder wirken eher wie Erinnerungen aus einem Traum anstatt wie Fotos. Wer jedoch versucht, Personen zu erstellen, verlässt das Reich der Träume und bewegt sich deutlich auf die Kategorie Albtraum zu.

Gesichter fallen der KI noch schwer, wie auch die Ersteller auf ihrer Homepage anmerken. Daran werde jedoch gearbeitet. Auch andere Limitierungen sorgen dafür, dass Personen aus dem eigenen Umfeld kaum nachgebildet werden können. Wer beispielsweise „Patrick Puhlmann“ eingibt, erhält keine Albtraumversion des Stendaler Landrats. Stattdessen werden alle Bilder mit der Bezeichnung „Patrick“ und „Puhlmann“ zu einem Menschenbrei vermischt. Bis man auf Knopfdruck Urlaubsfotos aus der Karibik oder vom Besteigen des Mount Everest gefälscht werden können, dauert es also noch ein wenig.

Wer Interesse daran hat, selbst die KI auszuprobieren, wird unter www.craiyon.com fündig. Nach der Eingabe eines Befehls dauert es aktuell einige Minuten, bis die KI ein fertiges Bild erstellt hat.

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