Künstlerisch hoch hinaus

Im Glockenzimmer zeigte Fredrik Vahle den Kindern ein Glockenspiel in Klein.

Stendal - Von Alexander Postolache. Hoch hinaus mussten und wollten am Mittwoch junge und ältere Gäste. Der Künstler Fredrik Vahle hatte in das Glockenturmzimmer geladen, um Musik zu machen, Geschichten zu erzählen.

Großes und Kleines ist an jenem Mittwochnachmittag im besonderen Maße von Interesse. Groß ist die Stendaler Marienkirche, oftmals sind ihre Stufen im Innern des Glockenturmes allerdings sehr klein. Bereits der Aufstieg zum Glockenzimmer, in dem es literarisches und musikalisches Erleben geben soll, ist bereits ein Highlight für sich. Zumindest macht Christa Anni Lange, die die Schlüsselgewalt inne hat, das Bezwingen der Treppen zu einem Ereignis. Am Eingang, an der Kasse, verteilt die quirlig lustige Frau Stempel. Max, seine Schwester und seine Mutter bekommen nicht nur den Abdruck einer Glocke als Symbol des veranstaltenden Glockenvereins auf die Hand gedrückt. „Ich liebe Frösche. Wer will einen Stempel-Frosch“, fragt Lange. Keiner sagt da „Nein“.

Oben angekommen warten schon andere Kinder und eine Hand voll Erwachsener im Glockenzimmer. Zu diesem Raum führt lediglich eine enge gemauerte Wendeltreppe. Einer der Erwachsenen sitzt nicht mit in den Reihen. Er wartet geduldig. Michael Hentschel stellt ihn mit folgenden Worten vor: „Er hat etwas mit euch gemeinsam. Er ist in Stendal zur Schule gegangen.“ Die Rede ist von dem 1942 in Stendal geborenen Fredrik Vahle. Dieser hat sich besonders durch seine vielfältigen künstlerischen Werke einen Namen gemacht. „Das Buch haben wir im Kindergarten“, rief ein Junge, als der Künstler von der Schildkröte und dem Fischbrötchen erzählte. Doch nicht nur sein literarisches Können zeigte Vahle an jenem Tag im Glockenturm hoch über Stendal.

Groß sind die Glocken der Kirche. Klein war das Glockenspiel, dass Vahle zu Beginn des Nachmittages vorführte und das erste Staunen hervorbrachte. Immer größer wurden aber auch die Gitarren, die er zum Klingen brachte. International waren zwar nicht die Gäste. Aber: Die Musik erklang in landestypischen und mit einem hohen Wiedererkennungswert behafteten Sound. Der Aufstieg hatte sich gelohnt. Der Abstieg blieb allerdings diesem Künstler am vergangenen Mittwochnachmittag nicht erspart. Nur in seiner Kunst und der Art mit seinem Publikum umzugehen, sollte er ganz weit oben bleiben.

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