Hundeanlagen kommen zu kurz / Steuereinnahmen nur für „allgemeine Aufgaben“ verwendet

„Es kümmert sich keiner“

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Die Ausstattung für Hundebesitzer und ihre Vierbeiner ist in Stendal eher mau: Am Westwall in der Innenstadt gibt es drei Hundetoiletten.

Stendal. Ein notwendiges Übel, das mit dem getreuen Vierbeiner einhergeht, ist die Hundesteuer. Dabei ist es nicht zwangläufig die Steuer an sich, welche Hundebesitzern ein Dorn im Auge ist, sondern vielmehr die Tatsache, dass sie nicht unbedingt für deren Zwecke eingebunden wird.

Das mussten auch die Anwohner der Hansestadt Stendal erfahren, als sich ein Bürger vor einigen Wochen in der Einwohnerfragestunde der Stadtratsitzung über die Höhe und Verwendung der Hundesteuer informieren wollte.

Kern seiner Frage war, ob das Geld den Hundebesitzern und ihren Tieren durch Neuanschaffungen von Hundeanlagen zu Gute käme.

„Die Einnahmen werden zur Finanzierung der Aufgaben der Hansestadt Stendal verwendet“, antwortet Oberbürgermeister Klaus Schmotz in einem Antwortschreiben, welches der Fragesteller auf einer Internetplattform veröffentlicht hat. Wie die Stadt auf AZ-Anfrage weiter informiert, sind die Steuereinnahmen über den Hund in der Rolandstadt nicht zweckgebunden, sondern werden für „allgemeine Aufgaben“ verwendet.

In puncto Hundeausstattung sieht es in der Hansestadt eher dürftig aus: drei Hundetoiletten gebe es nach aktuellem Stand auf dem Westwall. „Und die sind immer leer“, berichtete ein Passant der AZ am Dienstagnachmittag über den Mangel an Kot-Tüten. „Da kümmert sich keiner drum“, schimpft er. Eine Hundeauslauffläche gebe es auf dem freien Platz der Johannes-Kepler-Straße im Wohngebiet Stadtsee. „Derzeit gibt es kein Bestreben, weitere Hundeauslaufflächen vorzuhalten“, so die Antwort der Stadt auf eine AZ-Anfrage zur geplanten Erweiterungen. Einziger Lichtblick: Bei künftigen Sanierungen von Parks würden dann auch Hundetoiletten mit aufgestellt.

Wie die Stadt weiter bekannt gibt, konnten im Jahr 2017 rund 184 000 Euro über die Hundesteuer eingenommen werden. Auch für das Haushaltsjahr 2018 sei diese Summe noch einmal veranschlagt worden.

Von Laura Kühn

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