Brigitte Bleiß wechselt mit 55 Jahren noch einmal ihren Beruf

„Küchenarbeit ist auch schwer“

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Ran an die Kartoffeln: Birgitt Bleiß hat mit ihren 55 Jahren noch einmal ihr Berufsfeld gewechselt. Nun arbeitet die gebürtige Stendalerin als Küchenhilfe in Vollzeit.

Stendal. Brigitte Bleiß hat nach zwei Jahren Arbeitslosigkeit wieder einen neuen Job. Und das im Alter von 55 Jahren. Die gebürtige Stendalerin arbeitet im Café Müller als Küchenhilfe in Vollzeit.

Vorher war sie als Reinigungskraft speziell für Treppen beschäftigt, doch den Putzeimer immer Stufe für Stufe hoch und runter tragen, erzählt Bleiß der AZ, war irgendwann zu anstrengend. „Küchenarbeit ist auch schwer, aber nicht so schwer wie Reinigung“, gibt sie mit einem seichten Lächeln zu verstehen.

Dass Bleiß in ihrem Alter noch einmal eine neue Anstellung bekommt, verdankt sie der Arbeit vom „Netzwerk Altmark 50++“, das aus dem Bundesprogramm „Perspektive 50 plus“ hervorgeht. Die Arbeitsvermittler, die speziell für die Vermittlung Arbeitsloser im Alter von über 50 Jahren zuständig sind, pflegen einen engen Kontakt zu rund 1 000 Unternehmen in der Altmark. Die ihnen anvertrauten Arbeitslosen werden von Job-Coaches motiviert, einen für sie passenden Beruf zu ergreifen und in entsprechende Praktika vermittelt. So auch Bleiß, die in der Küche der Stendaler Traditionsbäckerei ein zweiwöchiges Praktikum absolvierte. „Und danach stand fest, Frau Bleiß behalten wir“, erzählt Seniorchefin Renate Müller. Seit Mitte April beschäftigt sich Bleiß nun mit Kartoffeln schälen, abwaschen und dem herrichten kleiner Speisen. Vorerst für zwei Jahre, wie auf Nachfrage der AZ zu erfahren war, „aber so ist das in der heutigen Arbeitswelt nun mal“, ergänzt Bleiß gelassen, während von ihr eine goldgelbe Kartoffel gekonnt in kleine Scheiben geschnitten wird.

Von Oliver Nowak

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