Polizeiinspektion veröffentlicht Kriminalstatistik / Weniger Tötungen und Diebstähle

Polizei: Mehr Betrugsfälle

Zwei Polizisten schicken sich an eine Straße zu überqueren.
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767 Straftaten weniger als im Vorjahr wurden 2020 in der Polizeiinspektion Stendal registriert.
  • Stefan Hartmann
    vonStefan Hartmann
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Die Polizeiinspektion hat die Kriminalstatistik für 2020 veröffentlicht. Insgesamt sind die Zahlen rückläufig. Es gab deutlich weniger Tötungen, aber einen merklichen Anstieg an Betrugsfällen.

Stendal – Insgesamt ist die Zahl der Straftaten im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion (PI) Stendal im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

16 893 Straftaten wurden 2020 registriert – 767 weniger als im Vorjahr, was einem Rückgang von 4,3 Prozent entspricht, wie die Polizeiinspektion in einer Pressemitteilung erklärt. Die Aufklärungsquote liegt mit 59,2 Prozent knapp unter dem Vorjahreswert von 60 Prozent. Ein recht großer Rückgang ist in den verschiedenen Diebstahldelikten zu verzeichnen. Allen voran steht die Kategorie „Straftaten gegen das Leben“. 45 Prozent weniger kann die PI vermelden. Die größte Abweichung liegt dabei bei der fahrlässigen Tötung. Im Gegensatz zu 2019 mit zwölf Fällen wurden 2020 nur zwei Menschen Opfer. Die Zahl der Totschläge und Tötungen auf Verlangen ist mit acht Fällen gleichgeblieben. Im Gegensatz zu 2019 gab es 2020 einen Mordfall im Verantwortungsbereich der PI.

Gesunken ist ebenfalls der „Diebstahl ohne erschwerende Umstände“ in Warenhäusern (gefallen von 796 auf 621) oder Ladendiebstahl (gefallen von 703 auf 587). Diese konnten zu 85,5 beziehungsweise 87,7 Prozent aufgeklärt werden. Unter dem Oberbegriff „Diebstahl insgesamt“, der einen Rückgang um 13,4 Prozent beschreibt, findet sich auch der von Kraftwagen einschließlich der unbefugten Ingebrauchtnahme. Im Zuständigkeitsbereich der PI sind diese Fälle um 50,7 Prozent zurückgegangen (gefallen von 140 auf 69). Ebenfalls gab verzeichnet die PI weniger Fälle von Rauschgiftkriminalität. Bei einem Minus von 23,3 Prozent wurden 342 Fälle weniger bekannt als im Vorjahr. Dazu gehören auch der Handel und Schmuggel von Betäubungsmitteln (56 Fälle weniger). Die Aufklärungsquote solcher Taten ist um 0,2 Prozentpunkte auf 94,9 Prozent gesunken.

Während in fast allen Kategorien ein Rückgang der Kriminalität zu beobachten ist, bilden Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, Vermögens- und Fälschungsdelikte sowie sonstige Straftaten, wie Brandstiftung, Sachbeschädigung, Computer- und Umweltkriminalität die Ausnahmen. Zehn Fälle mehr als 2019 (271 statt 261) musste bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung verzeichnet werden.

Einen besonderen Anstieg gab es bei den verschiedenen Vermögensdelikten. Während der „reguläre“ Betrug um 12,2 Prozent zunahm (2043 im Vergleich zu 1821 Fällen) und der Waren- und Warenkreditbetrug um 14,1 Prozent (1070 statt 938 Fällen) anstieg, kletterten die Fälle von „rechtswidrig erlangtem unbaren Zahlungsmittel“ um 57,9 Prozent (180 statt 114 Fällen) nach oben. Unter diesen Punkt fallen unter anderem auch verschiedene Formen von vorgetäuschten Verkäufen auf Handelsplattformen, bei denen die Ware letztendlich nicht zugestellt wird.

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