Tipps für alle Lebenslagen: Altes Dorf entwickelt sich zum Hotspot für die Leistungsgesellschaft

Krieger auf der Sonnenterrasse

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„Manchmal wird es wirklich total lustig“ sagt der Stendaler Yoga-Lehrer Sven Spinder. Sein neues Studio im Alten Dorf im Obergeschoss einer Zahntechnik bietet indisches Turnen nun auch unter freiem Stendaler Himmel an. Das Uenglinger Tor und das Trojanische Pferd sind auch nicht weit.

Stendal. Zartweiße Zähne, hippe Haare, trendige Textilien, bezaubernde Brauen – einer der historischsten Orte der größten Stadt der Altmark ist auf dem Weg zum Hotspot für all die Gelüste und Erfordernisse der Leistungsgesellschaft.

Im Schatten vom Trojanischen Pferd und im Rücken des Uenglinger Tors hat das Alte Dorf ab Freitag nun auch indische Gymnastik unter freiem Himmel im Angebot – als Untermieter eines Coaching-Zentrums, das sich im Obergeschoss einer Zahntechnik eingerichtet hat.

Während der Yoga-Kurs vor einer nackten Leiche in der Körperwelten-Ausstellung von Plastinator Gunther von Hagens am Wochenende in Berlin für Kritik gesorgt hat, sieht der Stendaler Hatha-Yoga-Lehrer Sven Spinder in der Aktion „einen Denkanstoß“. Sich mit der eigenen Vergänglichkeit auseinanderzusetzen könne nicht schaden, sagt der in der Rolandstadt geborene Mittvierziger im AZ-Gespräch. Er selbst habe im Übrigen „aus Neugier“ den Weg auf die Matte gefunden, was vor neun Jahren der Fall gewesen sei. Sein Wissen um körpergerechte Haltungsmuster und das richtige Atmen nach den Regeln einer jahrtausendealten Tradition gibt der in Osterburgs Ortschaft Polkern in den Rossauer Bergen auf einem der höchsten Punkte im Landkreis lebende Altmärker seit sechs Jahren an seine Schüler weiter.

Ein Teil von ihnen ist beim AZ-Termin allzu gern bereit, Spannung aufzubauen. Und so gruppiert sich ein halbes Dutzend „Krieger“ auf der Sonnenterrasse. Lächelnd, ganz klar, und natürlich auch mit möglichst tiefen Schultern. Christine, eine blonde 42-Jährige, ist dabei, wie auch Elke, 47 Jahre, und Kerstin, deren Alter von schier unglaublichen 72 Lenzen selbst ihren Yoga-Lehrer positivst überrascht. Auch Hausherr Steffen Kurbjuweit streckt die Arme aus, gleich neben ihm gibt Joachim, 72 Jahre, sein Bestes. Das Mittelstufen-Training unter blau-weißem Stendaler Augusthimmel macht offensichtlich Laune. „Manchmal wird es wirklich total lustig“, weiß Spinder. „Die Gemeinsamkeit bereichert“, freut sich der Lehrer auf viele Eröffnungsgäste am 28. August um 16 Uhr.

Näheres zur neuen Stendaler Yoga-Adresse im Alten Dorf 29 erfahren Interessierte an Spinders Mobiltelefon unter (0173) 219 35 28. Und bei Bedarf dann auch in allen sportlich-sinnlichen Facetten, warum Yoga übersetzt aus dem alt-indischen Sanskrit nichts anderes als „Joch“ bedeutet.

Von Antje Mahrhold

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