Kreuzung soll entschärft werden

Hauptunfallursache an der Pendlerroute B 189 nach Magdeburg: Missachtung der Verkehrsregeln

+
Trotz Beschilderung passieren an der Lüderitzer Kreuzung immer wieder schwere Unfälle. Als Hauptunfallursache wird die Missachtung der Verkehrsregeln genannt.

Lüderitz / Magdeburg. Es hat wieder gekracht an der Lüderitzer Kreuzung. Zwei Menschen sind am Sonntag schwer verletzt worden, weil eine Autofahrerin laut Polizeiangaben einen vorfahrtberechtigten Wagen übersah. Es war nicht der erste schwere Unfall an dieser Stelle.

Seit Jahren ist diese Kreuzung an der Hauptroute nach Magdeburg Grund zur Sorge. Nicht zum ersten Mal setzen sich Behörden zusammen. Neu ist: Nun soll es endlich eine Lösung geben.

Uwe Langkammer

Für die Ortsbürgermeisterin des anliegenden Lüderitz, Edith Braun, ist der Unfallschwerpunkt eine unhaltbare Situation. „Wie viele Tote und schwer verletzte Menschen werden noch billigend hingenommen?“, schimpft sie. Wiederholt sei sie von der Landesstraßenbaubehörde (LSBB) in Stendal auf die mit der A 14 geplanten Maßnahmen vertröstet worden. Sachsen-Anhalts oberster Straßenbauer, LSBB-Präsident Uwe Langkammer, meint, die Kreuzung sei „nach allen Regeln der Kunst ausgestattet“. Eine überdurchschnittliche Unfallhäufung sei in diesem Bereich mit vier, fünf Crashs pro Jahr nicht zu verzeichnen. „Wenn es aber knallt, dann richtig“, weiß auch Langkammer. Hauptursache seien die hohen Geschwindigkeiten auf der Bundesstraße. Daher gebe es an dieser Stelle ein Tempolimit. Zusätzlich weisen Schilder auf den Gefahrenschwerpunkt hin. Aber bei mehr als 90 Prozent der Fälle sei die Ursache die Missachtung der Regeln. Langkammer: „Da sind auch wir mit unserem Latein am Ende.“

Eine Ampelanlage sei dort verkehrstechnisch nicht notwendig und somit seien auch die Kosten für deren Errichtung (90  000 Euro) nicht gerechtfertigt. Hinzu kämen hohe Unterhaltungskosten. Außerdem würde der Verkehrsfluss auf der B 189 leiden und es entstünden neue Gefahren, wenn die Fahrer bei Rot „auf die Klötze gehen“. „Wir würden den Teufel mit dem Beelzebub austreiben.“

Mit der jetzigen Situation abfinden will sich aber auch Langkammer nicht. „Da alle bisherigen Veränderungen durch Beschilderung oder der Vorschlag auf stationäre Geschwindigkeitsüberwachung keine nennenswerten Ergebnisse brachten, werden wir erneut beraten“, sagt er. Dazu würden jetzt nochmals die Verkehrsmengen ermittelt und die Unfallursachen verglichen. Ende März werden sich Vertreter von Polizei, Straßenverkehrsamt, Landkreis und Landesstraßenbaubehörde an einen Tisch setzen, um eine Lösung zu erarbeiten, wie der Gefahrenschwerpunkt entschärft werden kann.

Von Christian Wohlt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare