Tod auf der Straße: Stendal wartet auf Verkehrskonzept für Altstadt / Büro zählt Fahrzeuge

Kreuzgefährlich oder auch nicht

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Die Zählstelle an der Bruchstraße, noch unbesetzt.

Stendal. Fast auf den Monat genau vor einem Jahr wurde eine ältere Frau auf der Bruchstraße von einem Paketauto tödlich verletzt. Und nur wenige Fahrzeuglängen weiter auf der Breiten Straße soll es auch immer wieder zu brenzligen Situationen kommen.

Eine Kreuzung im Fokus: Rechts unten ist die Bruchstraße zu sehen, links oben der Kornmarkt und dazwischen die Breite Straße.

„Natürlich war der Unfall, aber auch die insgesamt unsichere Verkehrssituation und -führung im Kreuzungsbereich für die Verkehrsteilnehmer mit Beweggrund für die Erstellung des Verkehrskonzeptes“, bestätigt Philipp Krüger der AZ. Wann das Papier endlich vorliegt und in den politischen Gremien diskutiert werden kann, lässt der Stadtsprecher auch auf Nachfrage offen. Das beauftragte Ingenieurbüro aus Magdeburg hat erst kürzlich eine Verkehrszählung vorgenommen. Auch diese Ergebnisse sollen noch ausstehen.

Das sogenannte integrierte Verkehrskonzept soll nicht allein die Todeskreuzung samt Kornmarkt im Blick haben und heißt entsprechend „Stendal-Altstadt“. Zählstellen des Büros in der Landeshauptstadt waren am 10. und 12. April nicht zuletzt auch am Knotenpunkt Altes Dorf / Bismarckstraße/ Breite Straße, im Bereich Bruchstraße / Ostwall sowie an der Kreuzung nach Tangermünde eingerichtet. „Noch ist es schwierig, über Konsequenzen zu spekulieren. Die Hansestadt Stendal wird die Auswertungen der Planungsbüros abwarten und dann in die Planungsüberlegungen und Varianten mit einfließen lassen“, lässt der Rathaussprecher noch wissen.

Die Erwartungshaltung in der Kreisstadt scheint groß. Zumal ein weiteres Schlaglicht auf die Parkplatzsituation geworfen werden soll. Klagen über zu wenige Stellflächen in der Altstadt sind immer wieder zu hören und schaffen es regelmäßig auf Tapet. Fragen wie die nach der Einführung einer Brötchentaste (kostenloses Kurzparken) und die nach dem Bau eines Parkdecks an der Brüderstraße werden davon berührt (die AZ berichtete). Inwieweit mit dem Konzept der große Wurf gelingt, Antworten gefunden und von einer politischen Mehrheit getragen werden, bleibt abzuwarten.

Zur Erinnerung: Nach dem tödlichen Unfall hat der Stadtrat mehrheitlich ein Konzept gefordert, das die Sicherheit der Fußgänger und eine gute Erreichbarkeit der Geschäfte an Breiter Straße und Umgebung gleichermaßen berücksichtigt. Hinsichtlich der Parkplätze hatte zumindest die Verwaltung im Januar „keinen akuten weiteren Handlungsbedarf“ gesehen und verwies insbesondere auf den neuen Parkplatz an der Mühlenstraße, der ziemlich zentral liegt.

Von Marco Hertzfeld

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